Dienstag, 1. September 2026

Via Alpina – ein langer Weg durch die Alpen


Von den Schweizer Alpen bis ans Mittelmeer, von der Adria bis ins Allgäu – ein Wanderprojekt über viele Jahre und unzählige Kilometer


Was einst mit den ersten Wanderetappen auf dem Schweizer Abschnitt der Via Alpina begann begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem grossen Wanderprojekt: die Alpen auf der Via Alpina zu durchqueren, Schritt für Schritt, Tal für Tal und Pass für Pass.

Nicht in einem einzigen Anlauf, sondern verteilt auf zahlreiche Wanderwochen und über viele Jahre hinweg. Immer wieder machten wir uns auf den Weg, um dort weiterzuwandern, wo wir beim letzten Mal aufgehört hatten. So entstand nach und nach ein weit verzweigtes Netz von Wanderstrecken quer durch den Alpenbogen.

Unsere Wege führten durch die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Monaco und Slowenien. Wir überquerten unzählige Pässe, durchwanderten einsame Täler, übernachteten in einfachen Berghütten, gemütlichen Gasthäusern und komfortablen Hotels und lernten die Alpen in ihrer ganzen landschaftlichen und kulturellen Vielfalt kennen. Und jeden Abend die spannende Frage: Was erwartet uns wohl morgen?

Natürlich war nicht immer alles eitel Sonnenschein. Es gab lange und anstrengende Aufstiege, steile Abstiege, müde Beine, Regen, Gewitter und gelegentlich auch überraschende Hindernisse. Doch gerade diese Erlebnisse gehören ebenso zu einer solchen Unternehmung wie die grandiosen Aussichten, die eindrücklichen Begegnungen und das gute Gefühl, am Abend nach einer langen Wanderung das Tagesziel erreicht zu haben.

Unsere Via-Alpina-Etappen im Überblick

In der folgenden Reihenfolge haben wir die einzelnen Abschnitte unseres Projekts zurückgelegt. 

  1. Von Widnau nach Adelboden – Der grüne Weg durch die Schweizer Alpen
  2. Von Feldkirch nach Tirano – Vom Rätikon südwärts ins Veltlin
  3. Von Tirano nach Ulrichen – Quer durch die Südschweiz und Lombardei ins Wallis
  4. Von Ulrichen nach Vernayaz – Stippvisite beim Aletschgletscher
  5. Von Feldkirch nach Oberstdorf – Durch die nördlichen Alpen
  6. Von Vernayaz nach Modane – Südwärts mit Blick zum Mont Blanc
  7. Von Modane nach Terme di Valdieri – Durch die französischen und italienischen Westalpen
  8. Von Terme di Valdieri nach Monaco – Die letzten Berge vor dem Mittelmeer
  9. Von Muggia nach Arnoldstein – Von der Adria durch Slowenien nach Kärnten
  10. Von Arnoldstein zum Helm – Über dem Karnischen Höhenweg
  11. Von Moos nach Antholz Mittertal – Unterwegs in den Dolomiten
  12. Von Antholz Mittertal nach Schwaz – Über die Rieserfernergruppe, Zillertaler und Tuxer Alpen ins Inntal
  13. Von Schwaz nach Oberstdorf – Durchs Karwendel und die Zugspitzregion - das letzte fehlende Puzzlestück 
Das offizielle Via-Alpina-Wegnetz wurde 2024 stark gekürzt. Übriggeblieben ist nur noch der rote Hauptweg, der aber von 161 auf 116 Tagesetappen gestrafft wurde. Der violette, gelbe und der blaue Weg wurden gestrichen, während der grüne Weg als Abkürzung in den roten Weg eingebaut wurde. Unser Wanderprojekt umfasst zuerst den grünen Weg durch die Schweiz und im Anschluss den ursprünglichen roten Weg ohne Kürzungen. Die Website www.via-alpina.org zeigt die neue Routenführung, während die alte Strecke im Archiv unter http://old.via-alpina.org weiterhin einsehbar bleibt. 

Viele Wege, ein grosses Ganzes

Rückblickend sind es nicht nur die zurückgelegten Kilometer oder die überwundenen Höhenmeter, die dieses Projekt so besonders machen. Es sind vor allem die Erinnerungen, die geblieben sind: ein Sonnenaufgang vor einer Berghütte, ein überraschend schöner Wegabschnitt, eine wohlverdiente Rast auf einem Pass, ein gemütlicher Hüttenabend oder einfach die Freude, gemeinsam unterwegs zu sein.

Jede Wanderwoche hatte ihren eigenen Charakter. Mal waren wir auf bekannten und gut besuchten Wegen unterwegs, mal in abgelegenen Bergregionen, in denen wir stundenlang kaum jemandem begegneten. Und immer wieder zeigte sich, wie unterschiedlich die Alpen sein können – von den grasbewachsenen Voralpen über schroffe Kalkgebirge und vergletscherte Hochgebirgslandschaften bis zu den mediterranen Bergen oberhalb des Mittelmeers.

Mit der letzten Etappe von Schwaz nach Oberstdorf schliesst sich die letzte Lücke, und unser langjähriges Via-Alpina-Projekt ist erfolgreich beendet.

Was bleibt, ist die Freude über das Erreichte – und vor allem die Erinnerung an viele wunderbare Tage in den Bergen.

Ein wenig Wehmut ist durchaus dabei. Doch auch wenn dieses grosse Projekt nun seinen Abschluss gefunden hat: Die Alpen sind noch lange nicht fertig entdeckt. Und neue Wege und neue Ideen gibt es schliesslich mehr als genug.

Alte und neue Wegführung der Via Alpina:

Montag, 31. August 2026

Via Alpina: Prinz-Luitpold-Haus - Oberstdorf



Im Prinz-Luitpold-Haus weckte uns am Morgen ein Raschel-Crescendo. Die "Bug-Bags" sind denkbar ungünstig beim Packen. In der Nacht hatte es geregnet bei kräftigem Wind, doch am Morgen war der Himmel wieder klar. Nach vielen Wanderjahren war unser letzter Tag auf der Via Alpina gekommen! 

Auf schmalen Wiesenpfaden wanderten wir unter dem Wiedemerkopf hinunter zum Gries, dann wieder hinauf an der Schönberghütten und an Kuhherden vorbei hinauf zum Himmelecksattel. Wolkenfetzen zogen mystisch vom Oytal her über den Sattel. Es folgte ein steiler Abstieg auf Wiesenpfaden zur Käseralpe, einem beliebten Ausflugsziel für Mountainbiker zuhinterst im Oytal. 

Auf der Güterstrasse wanderten wir nun etwas flacher am Stuibenfall und der Unteren Gurtenalpe vorbei zum stattlichen Oytalhaus, wo wir Mittagspause machten. Nach dem Essen folgten wir dem gemütlichen Dr.-Hohenadl-Weg dem Oybach und der Trettach entlang Richtung Oberstdorf. Beim Café Jägerstand kehrten wir nochmals ein mit Kaffee und Kuchen. 

Kurz danach erreichten wir Oberstdorf, wo wir im Hotel Löwen & Strauss wohnten. Nach dem Check-in bummelten wir durch die stark frequentierten Gassen von Oberstdorf und feierten im Biergarten der Dampfbierbrauerei mit einem üppigen Abendessen den Abschluss unseres Via-Alpina-Projekts. In zwölf Teilabschnitten auf dem roten Weg hatten wir den gesamten Alpenbogen von Triest bis nach Monaco durchwandert!

Am nächsten Tag reisten wir von Oberstdorf mit Bus und Bahn glücklich wieder zurück über Immenstadt, Lindau und Bregenz ins St. Galler Rheintal.

Morgendliches Gewusel vor der Hütte

Blick zurück zum Prinz-Luitpold-Haus

Querung am Talschluss des Bärgündeltals zum Himmelecksattel

Südliche Schönbergalpe

Schattenspiele

Die Wegspur ist besetzt

Begegnung mit drei Gemsen

Eine Wolke schleicht über den Himmelecksattel

Durch schöne Grashänge

Abstieg ins Oytal

Oytal

Käseralpe

Stuibenfall

Mittagsrast im Oytalhaus

Schmucke Ahornallee

Dr.-Hohenadl-Weg nach Oberstdorf

Kurze Einkehr im Café Jägerstand

Geschafft - wir haben Oberstdorf erreicht,
unser letztes Puzzleteil auf der roten Via Alpina!

Hotel Löwen & Strauss in Oberstdorf

Tourendaten:
Strecke 19 km
Aufstieg 468 Hm, Abstieg 1496 Hm
Zeit unterwegs 7 Std. 45 Min., davon in Bewegung 5 Std. 30 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: R50

GPS-Track:

Sonntag, 30. August 2026

Via Alpina: Weissenbach am Lech - Prinz-Luitpold-Haus



Eine sehr lange Etappe erwartete uns am Sonntag, zum Glück bei schönem Wetter. Wir hatten mit dem Hotel vereinbart, auf das Frühstück zu verzichten, und erhielten stattdessen ein Picknick zum mitnehmen. So konnten wir schon um sieben Uhr vom Hotel Florence in Weissenbach am Lech aufbrechen. Wir folgten dem Lechweg, vorbei am schönen Baggersee, und frühstückten bei der Hängebrücke in der Nähe von Forchach. Der Lech gilt als letzter Wildfluss Mitteleuropas, und im Lechtal darf er sich noch frei ausbreiten. 

Wir wanderten flach weiter zum wunderschönen Tiroler Jagdhaus Feldele. Dort begann unser Aufstieg zur Jagdhüttenalpe und zum "Herrgott", wo zwei Wegkreuze die Forststrasse zieren. Danach ging es wieder eben weiter durchs Schwarzwassertal und Brunnental zur Materialseilbahn, die hinauf zur Oberen Lichtalpe führt. Der Aufstieg von dort zur Bergwachthütte war kaum markiert und deshalb nur sehr schwer zu finden. Teilweise gab es nur Trampelspuren, GPS-Navigation ist dort sehr nützlich. 

Nach der Bergwachthütte macht der Weg eine Spitzkehre, welche etwas ausgesetzt ist. Danach wird der Weg wieder besser, und der Pfad führt steil über Steintritte, teilweise stahlseilversichert, aber gut machbar, hinauf zur Bockkarscharte, wo man die österreichisch-deutsche Grenze überschreitet. Dort oben bietet sich eine wunderschöne Aussicht in die Allgäuer Berge und hinunter zum Prinz-Luitpold-Haus, unserem Tagesziel. 

Wir stiegen ab zur grossen Hütte, wo bei Check-in viel Andrang herrschte. Wegen Bettwanzenbefalls gab es strenge Vorbeugemassnahmen: Seidenschlafsack in die Mikrowelle, Rucksack in einen grossen Plastiksack eintüten, keine Kleidung aufs Bett legen. Während des Nachtessens lohnte sich der Blick aus dem Hüttenfenster: Das Abendrot liess die umliegenden Felswände erglühen. 

Badeplatz: der Baggersee zwischen Weissenbach am Lech
und der Johannesbrücke

Der Lech, einer der bedeutendsten Wildflüsse der Alpen

Beim Jagdhaus Feldele

Wegkreuz "bei unserem Herrn" am
Eingang zum Schwarzwassertal

Das Geröllfeld oben am Berg, die Bockkarscharte, müssen wir an diesem Tag noch überqueren

Bei der unteren Lichtalpe

Aufstieg von der oberen Lichtalpe

Steiler Aufschwung von der Bergwachthütte
zur Bockkarscharte

Bei der Bockkarscharte

Über die Stufen steil aufwärts

Tiefblick von der Bockkarscharte zum Prinz-Luitpold-Haus

Prinz-Luitpold-Haus

Abendlicher Blick aus dem Hüttenfenster


Tourendaten:
Strecke 25.8 km
Aufstieg 1373 Hm, Abstieg 419 Hm
Zeit unterwegs 9 Std. 10 Min., davon in Bewegung 6 Std. 40 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: R49

GPS-Track:

Samstag, 29. August 2026

Via Alpina: Pausentag Burgenwelt Ehrenberg



In Weissenbach am Lech legten wir am Samstag einen Pausentag ein, weil die nächste Unterkunft auf der Via Alpina, das Prinz-Luitpold-Haus, erst am Sonntag wieder freie Plätze hatte. 

Bei schönem Sommerwetter stiegen wir in den Bus ins benachbarte Reutte in Tirol, stiegen dort um und fuhren hoch bis zur Klause Ehrenberg, wo sich das Besucherzentrum der Burgenwelt Ehrenberg befindet. Dort fuhren wir mit dem gläsernen Schrägaufzug hinauf zur Burgruine Ehrenberg, die an schönster Aussichtslage thront. Nach der Besichtigung spazierten wir auf der gebührenpflichtigen Fussgänger-Hängebrücke highline179, einer der grössten der Welt im Tibet-Stil, hinüber zum Fort Claudia auf der anderen Talseite. Von dort wanderten wir zurück zum Besucherzentrum, und weil es von dort nur wenig Busverbindungen gab, hinunter nach Ehenbichl, wo wir in den Bus zurück nach Weissenbach am Lech stiegen.

Ausflug mit dem Bus
zur Burgenwelt Ehrenberg

Imposante Festungsanlage

Ausblick nach Reutte

Die 406 m lange highline179 zählt zu
den längsten Hängebrücken der Welt

In schwindelerregender Höhe von der Burgruine Ehrenberg zum Fort Claudia


Hyperlinks:

Freitag, 28. August 2026

Via Alpina: Rinnen - Weissenbach am Lech



Nach der anstrengenden Wanderung vom Vortag kam es am Freitag zu einer entspannten Kurzetappe. Weil das Prinz-Luitpold-Haus für Samstag schon ausgebucht war und keine sinnvolle Alternative zur Verfügung stand, nutzten wir Weissenbach am Lech als Tagesziel und Warteraum für einen Pausentag.

Bei warmen Temperaturen nutzten wir den Aussenpool beim Berghotel Almrausch in Rinnen, bevor wir auf der Hotelterrasse frühstückten. Urplötzlich und nur ganz kurz begann es zu regnen. Zum Glück kehrte die Sonne zurück, und wir wanderten zuerst kurz über die autofreie Asphaltstrasse und danach über die Kiesstrasse abwärts zum Rotlechstausee. Dann ging es weiter hinunter nach Rieden und von dort auf dem Lechweg über die Brücke nach Weissenbach am Lech. 

Mittagessen gab's in der Pizzeria & Café Treff auf der Terrasse. Dunkle Wolken zogen auf, und als wir uns auf den Weg zum Hotel Florence machten, setzte der Regen ein. Nach einem entspannten Nachmittag im Hotel gingen wir zum Nachtessen gleich gegenüber in die Pension Kreuzeck.

Start beim Berghotel Almrausch in Rinnen bei Berwang

Der Güterstrasse entlang hinunter ins Rotlechtal

Am Rotlech-Stausee

Weiter nach Rieden

Blich nach Rieden im Lechtal

Der Lech, Blick zur Saldeiner Spitze

Pfarrkirche St. Sebastian in Weissenbach am Lech

Unsere Unterkunft, das Hotel Florence


Tourendaten:
Strecke 10.1 km
Aufstieg 68 Hm, Abstieg 437 Hm
Zeit unterwegs 4 Std. 10 Min., davon in Bewegung 2 Std. 15 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: Rest von R48

GPS-Track: