Samstag, 11. Juli 2026

Via Alpina: Kellerjochhütte - Schwaz


Zum Abschluss unseres Via-Alpina-Teilprojekts erwartete uns nochmals Kaiserwetter. Der Weg von der Kellerjochhütte, der den Hang unterhalb der Kellerjochkapelle quert, war wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Deshalb  entschieden wir uns für den einfacheren Abstieg über die alte Kellerjochhütte. Der Weg bot nochmals herrliche Ausblicke ins Karwendel und hinunter nach Schwaz, der historischen Silberstadt Tirols. 

Über Almstrassen, Waldwege und den Gasthof Pirchnerast erreichten wir Zirntberg. Statt in der Mittagshitze weiter der Asphaltstrasse zu folgen, nahmen wir den steilen, aber schattigeren Fussweg durch den Fötzelgraben, der nochmals etwas Kondition verlangte, bevor wir schliesslich Schwaz erreichten. 

Im Centrale Caffè e Gusto italiano feierten wir das Ende unserer zehntägigen Wanderung mit einem ausgezeichneten Mittagessen. Nach Dusche und Siesta in unserem Hotel Stay.inn blieb noch Zeit, etwas über die bewegte Geschichte der Stadt zu erfahren: Im Spätmittelalter stieg Schwaz zur weltbekannten Silberstadt auf und war zeitweise die zweitgrösste Siedlung des Habsburgerreichs, in der rund 85 % des weltweiten Silbers gewonnen wurden. Die Augsburger Fugger machten Schwaz zu einer ihrer wichtigsten europäischen Firmenzentralen. Nach dem Niedergang des Bergbaus erfand sich die Stadt im 19. Jahrhundert als Tabakstadt neu, indem sie mit einer grossen Tabakfabrik über Generationen hinweg zu einem zentralen und prägenden Wirtschaftsstandort der Region wurde. Die Tabakwarenfabrik Schwaz hatte das Staatsmonopol von 1828 – 1997 und beschäftigte bis zu einem Drittel der Schwazer Bevölkerung. Der Betrieb wurde im Jahr 2005 kurz nach der Privatisierung geschlossen, und an seiner Stelle steht heute das Einkaufszentrum Stadtgalerien Schwaz.

Am folgenden Tag traten wir mit der Bahn über Innsbruck, Feldkirch und Hohenems die Heimreise an – mit vielen eindrücklichen Erinnerungen an dieses abwechslungsreiche Teilstück der Via Alpina.


Der Abstieg ins Inntal beginnt

Kaulquappen beim Plumpmoos

Durch den Wald

Blick hinüber ins Karwendelgebirge

Abstieg von Zintberg über den 
Fötzelgraben

Kuriose Platzwahl für eine Sitzbank

Burg Freundsberg

Wir erreichen Schwaz

Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt

In den Gassen von Schwaz


Tourendaten:
Strecke 12.5 km
Aufstieg 36 Hm, Abstieg 1'721 Hm
Zeit unterwegs 4 Std. 15 Min., davon in Bewegung 3 Std. 35 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: R40

GPS-Track:

Freitag, 10. Juli 2026

Via Alpina: Hochfügen - Kellerjochhütte


Bei perfektem Wanderwetter starteten wir vom Hotel Almhof in Hochfügen gemütlich in den Tag. Zunächst führte der Weg durchs Skigebiet, danach auf dem Inntaler Höhenweg durch eine überraschend liebliche Almenlandschaft mit Lärchenwäldchen und Heidelbeerbüschen zum Loassattel. Dort herrschte reger Ausflugsbetrieb, da man mit dem Auto zufahren kann, doch schon bald wurde es wieder ruhiger. 

Der Anstieg unterhalb des Kuhmessers war steil, danach querte der Weg aussichtsreich die Bergflanke. Besonders eindrücklich waren die Blicke ins Inntal, ins Karwendelgebirge und zur exponiert gelegenen Kapelle am Kellerjoch. Bereits am frühen Nachmittag erreichten wir die Kellerjochhütte mit ihrem fantastischen Panorama. Die Hütte ist auch bei Tagesgästen aus Schwaz sehr beliebt dank dem Sessellift, der von Grafenast zum Hecherhaus fährt. 

Nach einem kleinen Mittagessen und dem Zimmerbezug im Nebenhaus genossen wir einen entspannten Abend auf der Terrasse und beobachteten später einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Inntal.


Start im Skigebiet Hochfügen

Auf geht's!

Auf dem Inntaler Höhenweg

Erster Blick zum Kellerjoch

Beim Loassattel

Blick übers Inntal zum Karwendelgebirge

Die Kellerjoch-Kapelle

Hangquerung zur Hütte

Die Kellerjoch-Hütte

Phantastisches Hüttenpanorama

Erster Fernblick zur Zugspitze (im V-Ausschnitt links)

Unser Quartier ist im Nebengebäude, 
ganz hinten sieht man die Kapelle

Gemütliche Abendstimmung vor der Hütte

Inntal


Tourendaten:
Strecke 9.1 km
Aufstieg 916 Hm, Abstieg 156 Hm
Zeit unterwegs 4 Std. 05 Min., davon in Bewegung 3 Std. 05 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: Rest von R39

GPS-Track:

Donnerstag, 9. Juli 2026

Via Alpina: Rastkogelhütte - Hochfügen


Da die Kellerjochhütte ausgebucht war, legten wir eine kürzere Zwischenetappe ein und übernachteten in Hochfügen. Während Susanne den Morgen vor der Rastkogelhütte in der Sonne genoss, unternahm ich eine kurze Gipfeltour aufs Kreuzjoch. Der Aufstieg dauerte nur rund 35 Minuten und bot schöne Ausblicke auf die Tuxer Alpen. Zurück zur Hütte ging es auf über den Bergrücken zwischen Kreuzjoch und Kraxentrager.

Anschliessend stiegen wir gemeinsam nach Hochfügen ab und folgten dabei dem GPS-Track der Via Alpina, der teilweise über einen gemeinsam genutzten Wander- und Biketrail führte. Weite, offene Almweiden prägten die Landschaft, erst im unteren Bereich tauchte wieder Wald auf. 

Hochfügen selbst präsentierte sich deutlich vom Skitourismus geprägt: Liftanlagen, grosser Parkplatz, grosse Hotels. Im komfortablen Hotel Almhof gönnten wir uns einen erholsamen Nachmittag mit Wellness, Eiscrème und frühem Schlafengehen.


Heute nur Kurzetappe, deshalb Zusatzschlaufe
aufs Kreuzjoch

Das Kreuzjoch

Hangquerung zum Sidanjoch

Blick zurück zur Rastkogelhütte,
links oben das Kreuzjoch

Abstieg vom Sidanjoch nach Hochfügen

Bachquerung

Hotel Almhof in Hochfügen


Tourendaten:
Strecke 10.8 km
Aufstieg 326 Hm, Abstieg 967 Hm
Zeit unterwegs 4 Std. 20 Min., davon in Bewegung 3 Std. 05 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: R39 teilweise

GPS-Track:

Mittwoch, 8. Juli 2026

Via Alpina: Finkenberg - Rastkogelhütte


Der Himmel blieb meist bewölkt, was für die rund 1'800 Höhenmeter Aufstieg durchaus angenehm war. Von Finkenberg wanderten wir über Astegg bergwärts. Mehrfach kreuzten wir die Serpentinen der Strasse auf steilen Waldpfaden, begleitet von zahlreichen lästigen Bremsen. Bei der Gschössalm beginnt das Skigebiet, welches mit der Penkenbahn erreicht werden kann. 

Nach der Gschössalm wurde die Wegfindung schwieriger: eingezeichnete Verbindungswege waren gesperrt oder wegen Sturmschäden und Holzschlags nicht mehr begehbar. Über Forststrassen gelangten wir schliesslich nach Mösl und nun wieder aufwärts in Richtung Rastkogelhütte. Unterwegs erinnerte eine Gedenkstätte bei der Sidanalm an die Lawinenkatastrophe von 1951. Kurz vor der Hütte setzte leichter Regen ein. 

Nach der ungewöhnlichen Bettwanzen-Prävention - unsere Seidenschlafsäck mussten in die Mikrowelle -  genossen wir ein gemütliches Hüttenabendessen und ein komfortables Viererzimmer für uns allein.


Blick zurück von Stein nach Finkenberg

Von Astegg zur Gschössalm

Die Penkenbahn bringt Ausflügler auf den Berg

Von der Stieralm in den Lärchenwald

Teufelskralle

Brücke über den Hoarbergbach

Umleitung der Wegführung bei der Mitterhöhe via
Dölderer-Siedel

Unterwegs im Sidantal zur Pointalm

Kurze Regenpause

Bei der Sidanalm

Die Rastkogelhütte auf 2'124 m ü.M.

Alpensalamander


Tourendaten:
Strecke 20.9 km
Aufstieg 1'836 Hm, Abstieg 549 Hm
Zeit unterwegs 8 Std. 15 Min., davon in Bewegung 6 Std. 25 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: R38

GPS-Track:

Dienstag, 7. Juli 2026

Via Alpina: Dominikushütte - Finkenberg


Bei strahlendem Wetter fassten wir zwei kürzere Via-Alpina-Etappen zusammen und wanderten den Zamser Grund und Zemmtal talauswärts. Zunächst stiegen wir von der Dominikushütte zur Staumauer des Schlegeis-Speichers ab und erreichten über Wege und Strässchen den Breitlahner

Weniger angenehm war das Asphaltstück entlang der stark befahrenen Zufahrtsstrasse, bevor wir auf die ruhigere alte Strasse nach Ginzling wechseln konnten. Nach einer kleinen Mittagspause im Dorf folgten abwechslungsreiche Wiesen- und Wanderwege talauswärts. Wegen einer Wegsperre mussten wir ein Stück durch eine stark befahrene Strassengalerie gehen – eine eher ungewöhnliche Wandererfahrung. 

Nach kurzen Orientierungsschwierigkeiten kurz nach dem Gasthaus Karlsteg fanden wir schliesslich den richtigen Weg Richtung Finkenberg. Der Pfad führte uns nochmals über einen Hügel hinüber nach Finkenberg, das wir über die historische Teufelsbrücke betraten. In Finkenberg gab es zum Glück einen Bankomaten, wo wir wieder etwas Bargeld beziehen konnten, doch einen Lebensmittelladen suchten wir vergeblich. Wir bezogen im Hotel Neuwirt unser Zimmer und liessen den langen Tag bei Aperitif und gutem Abendessen ausklingen.


Die imposante Schlegeis-Staumauer

Am Zamser Bach

Beim Breitlahner

Siegelastkapelle in Ginzling

Ginzling

Unterwegs Richtung Karlsteg

Wanderweg gesperrt, Umleitung durch die Galerie

Karlsteg

Aufstieg über den Schumannweg nach Finkenberg

Über die Teufelsbrücke

Unsere Unterkunft in Finkenberg, das Hotel Neuwirt


Tourendaten:
Strecke 21.5 km
Aufstieg 285 Hm, Abstieg 1'249 Hm
Zeit unterwegs 7 Std. 40 Min., davon in Bewegung 5 Std. 15 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: Rest von R36 und R37

GPS-Track: