Sonntag, 28. August 2022

Via Alpina: Colle di Tenda - Rifugio Garelli

 


Gut erholt genossen wir das schöne Frühstück, das uns Walter vom B&B L’Albric zubereitet hatte. Eine grosse Tagesetappe auf der Via Alpina stand bevor, sehr weit und landschaftlich eindrücklich. Leider wurden für den späteren Nachmittag wieder Gewitter vorhergesagt, deshalb entschieden wir uns, die Wanderung etwas abzukürzen und oben beim Colle di Tenda zu starten. Sicher ist sicher, denn in den Tagen zuvor waren in der Region zwei Bergsportler vom Blitz erschlagen worden. Walter bietet allen seinen Übernachtungsgästen an, sie nach dem Frühstück gegen eine kleine Gebühr zur Passhöhe zu fahren, was die Wanderzeit der Via-Alpina-Etappe R149 (alte Streckenführung) um wertvolle zwei Stunden verkürzt. 

Fort Centrale am Col de Tende

Wir starteten unsere Wanderung um 07.55 Uhr bei wolkenlosem Himmel. Nach einem kurzen Blick auf das imposante Forte Centrale, dessen Innenhof gerne als Übernachtungsplatz für Wohnmobile genutzt wird, betraten wir die Alta Via del Sale. Diese alte Militärstrasse ist ein Wanderweg, kann aber gegen Gebühr auch mit Geländewagen, Quads, Motorrädern oder Mountainbikes befahren werden, ausser dienstags und donnerstags. Für Autofahrer sind starke Nerven Voraussetzung, denn das Kreuzen ist über weite Strecken nicht möglich, und neben der Strasse geht es oft steil in die Tiefe. Es war Sonntag und deshalb erstaunlich viel los, wir beobachteten mit Spannung das emsige Treiben. 

Wolken ziehen auf 

Alta Via del Sale, imposante Schotterstrasse entlang des Grenzkamms

Die Strasse ist gegen Gebühr auch für Enduro- und Gelände-
wagenfahrer zugänglich, ausser dienstags und donnerstags

GTA-Wanderweg vom Col de la Boaira zum Colle Plane

Beim Col de la Boaira folgten wir nicht dem GPS-Track, sondern nahmen die GTA-Route, die von der Alta Via del Sale abzweigt, bis zur Colla Pian della Malaberga. Dort marschierten wir kurz in die falsche Richtung, bemerkten den Irrtum glücklicherweise nach wenigen Minuten und querten zum Morgantini-Biwak. Dort beginnt ein schönes Karstgebiet, und eine kleines ehemaliges Militärsträsschen führt hinab nach Gias Ortiche. Dort führt ein etwas schmalerer Weg wieder hinauf zum Passo del Duca. Allmählich zogen Wolken auf. Zum dritten Mal sahen wir ein Schild, welches die Wanderzeit zum Rifugio Garelli mit zwei Stunden auswies – die ersten beiden Schilder waren um Faktoren falsch, doch diesmal stimmte die Zeitangabe einigermassen. Der Pfad führt steil hinab ins Vallone del Marguareis, quert dann oberhalb des Talgrunds hinüber und führt dann steil hinauf zum Rifugio Garelli. Um 15.45 Uhr erreichten wir die sehr schöne und geräumige Unterkunft. 

Capanna Morgantini

Passo del Duca

Blick hinunter ins Vallone del Marguareis - das Rifugio
Garelli befindet sich auf der Gegenseite (linke Anhöhe)

Laghetto del Marguareis

Rifugio Garelli - wurde mit einem Architekturpreis ausgezeichnet

Nach einer erfrischenden Dusche setzten wir uns für eine Weile auf die Terrasse, bis die Wolken dicht wurden. Das gefürchtete Gewitter blieb aus, aber es regnete leicht. Wir machten es uns im Haus gemütlich und spielten Karten. Neben einer Gruppe holländischer Wanderinnen und zwei Engländern waren wir die einzigen Gäste in der Berghütte, die vor 30 Jahren nach einem Brand neu und im modernen Stil aufgebaut wurde – und damals einen Architekturpreis gewann. Das leckere Nachtessen wurde um 19.30 Uhr serviert – lange erwartet, denn wir waren nach der langen Wanderung sehr hungrig.


Tourendaten:
Strecke 21.5 km
Aufstieg 741 Hm, Abstieg 671 Hm
Zeit unterwegs 7 Std. 50 Min., davon in Bewegung 6 Std. 35 Min.

Hyperlinks:
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Reiseführer Via Alpina: R149 gekürzt (Archiv, alte Streckenführung)

GPS-Track:

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