Dienstag, 4. August 2015

Via Alpina: Lauenen - Gsteig

Nach Studium des Wetterberichts entschieden wir uns, den Sanetschpass noch nicht anzugehen und nur die kurze Etappe nach Gsteig zu nehmen. In Abwandlung zur offiziellen Via Alpina-Route machten wir jedoch einen Bogen um den Lauenensee, da der Wirt unserer Pension scherzte, nach Lauenen zu kommen und den Lauenensee nicht zu besuchen sei wie nach Paris zu reisen, ohne den Eiffelturm anzuschauen.

Komfortable Unterkunft: B&B Panorama in Lauenen

Schmuckes ehemaliges Lauener Bauernhaus

Unterwegs zum Lauenensee, hinten der Geltengletscher
Wir folgten dem Wanderweg, der in 1 1/2 Std. leicht zum schönen Bergsee ansteigt, welcher unter Naturschutz steht. Wir umrundeten den See um Gegenuhrzeigersinn und stiegen dann den angenehmen Weg zur Chrine auf. Allmählich zog Bewölkung auf, und wir beeilten uns, möglichst vor den Niederschlägen unser Etappenziel zu erreichen.

Der Lauenensee

Aufstieg vom Lauenensee zum Chrinepass
Nach einer kleinen Rast wanderten wir auf schönen Wegen hinab in Richtung Gsteig. Im unteren Teil des Abstiegs setzte zuerst leichter, dann kurz heftiger Regen ein. Als wir Gsteig erreichten, war es schon wieder trocken.

Die Kirche von Gsteig (der Turm wurde im Mittelalter als Wehrturm erbaut)
Wir wanderten durch das schmucke Dorf mit seinen historischen Häusern hinauf zum Campingplatz Heiti. Hier nahmen wir ein ein spätes Mittagessen ein und bezogen unser phantastisches Zimmer im grossen Blockhaus des Campingplatzes.

Blockhaus des Bergcamping Heiti in Gsteig
Tourendaten:
Strecke 16.4 km
Aufstieg 702 Hm, Abstieg 720 Hm
Zeit unterwegs 5 Std. 45 Min.
Reiseführer Via Alpina: Variante von R74

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Montag, 3. August 2015

Via Alpina: Hahnenmoospass - Lauenen

Der sonnige Wandertag begann mit 876 Hm Abstieg vom Hahnenmoospass zur Lenk. Der Weg war angenehm: oben ein steiles Fahrsträsschen, unten Spazierpfade - immer durch schöne Wiesen, mit Blick ins Simmental, zum Wildstrubel und Wildhorn.

Modellsegelflug beim Berghotel Hahnenmoos


Blick zum Wildhorn
Unten in der Lenk deckten wir uns mit Proviant ein und stiegen dem Skilift entlang über Wiesenwege auf. Danach folgten wir der Strasse zum Restaurant Wallegg. Von dort stiegen wir in der Mittagshitze den Hang hinauf und hinein in die herrlich schattige Wallbachschlucht.

Wiederaufstieg bei Lenk im Berner Oberland

In der Wallbachschlucht
Nach der Schlucht ging es aufwärts zum Lochberg und, vorbei an einer Schieferstelle, hinauf über schöne Bergwiesen zum Trittlisbergpass mit seinen auffälligen Gipslagern.

Über Bergwiesen zum Trüttlisbergpass

Stübleni und Gryden: markant verwittertes Gipsgestein
Nun folgte nochmals ein sehr langer Abstieg nach Lauenen. Der Wegweiser irritierte uns zunächst etwas, da sich hier oben der grüne Weg der Via Alpina als nationaler Wanderweg Nr. 1 nach Gstaad abzweigt, während der rote Weg nach Lauenen führt.

Lauenental mit Geltengletscher
Die schmucken Bauernhäuser oberhalb von Lauenen haben eines gemeinsam: Von der Hausmitte führen Treppen symmetrisch zum linken und rechten Hausteil.

Im Dorf Lauenen bezogen wir unser komfortables Quartier, das Bed & Breakfast Panorama, wo wir ein riesiges Zimmer mit Balkon erhielten.

Abstieg nach Lauenen
Tourendaten:
Strecke 20.5 km
Aufstieg 1102 Hm, Abstieg 1784 Hm
Zeit unterwegs 8 Std. 20 Min.
Reiseführer Via Alpina: Teil R72 und R73

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Sonntag, 2. August 2015

Via Alpina: Schwarenbach - Hahnenmoospass

Um 7.50 Uhr verliessen wir das Berghotel Schwarenbach in Richtung Berner Oberland. Obwohl der Wetterbericht schönes Wetter angekündigt hatte, hing in der Gegend noch der Nebel. Ein Fuchs schlich mit seiner Beute im Maul unter dem Gasthaus vorbei.

Der Schwarenbach-Fuchs geht um

Schafherde im Nebel
Viele Alpensalamander querten unseren Weg im Aufstieg zur Rote Chumme. Der Weg über die feuchten Wiesen war recht steil, aber hübsch verziert mit Eisenhut und Disteln.

Aufstieg zur Roten Chumme

Rote Chumme
Nach der Rote Chumme ging es  hinunter zum Tälli - alles auf Schutt - und wieder hinauf zum Chindbettipass. Diese höheren Lagen waren nebelfrei und liessen uns einen Blick auf Altels, Balmhorn und Rinderhorn erhaschen.

Übergang von der Roten Chumme zum Chindbettipass (links im Bild)

Abstieg zur Engstligenalp
Nach der Passhöhe tauchten wir wieder ab in die Wolken und erreichten in steilem Abstieg die schöne Engstligenalp. Endlich löste sich der Nebel und gab den Blick zum Wildstrubel frei.

Wildstrubel, von der Berner Seite fotografiert

Beliebt bei Tagestouristen: die Engstligenalp
Nach der Mittagspause im Berghaus Bärtschi machten wir uns an den steilen Abstieg in Richtung Adelboden. Dabei wählten wir den linken Weg, der einen schönen Bogen zum Aussichtspunkt bei den Engstligenfällen machte, den zweithöchsten Wasserfällen der Schweiz. Ein feiner Wasserspray kühlte die überhitzten Wanderer.

Der Obere Engstligenfall
Da wir noch fit waren und Adelboden bereits von der grünen Route der Via Alpina kannten, beschlossen wir, bis zum Hahnenmoospass weiterzugehen. Wir verliessen deshalb oberhalb von Adelboden die offizielle Via Alpina und querten in Richtung Gilsbach. Unter dem Chuenisbärgli (berühmt vom Ski-Weltcup) vorbei gingen wir über Wintertal und Eselsmoos nach Gilbach und folgten danach wieder der offiziellen Route in Richtung Lenk.

Gemütlicher Wanderweg beim Gilsbach
Der breite Wanderweg führte uns zuerst dem Gilsbach entlang angenehm aufwärts, dann auf einer asphaltierten Strasse - bei viel Trottinett-Gegenverkehr - nach Geils und weiter zur Passhöhe. Die Landschaft ist geprägt von den vielen Skilift-Masten. Oben am Pass tummelten sich rund zwei Dutzend Modellsegelflugpiloten, welche sich die Aufwinde am Grat zunutze machten. Der Hahnenmoospass gilt im Sommer als Mekka des Segelmodellflugs.

Der Hahnenmoospass: Treffpunkt der Modellsegelflieger
Wir bezogen unser einfaches Zimmer im Berghotel Hahnenmoos, genossen eine ausgiebige Dusche, cremten unsere von der langen Wanderung entzündeten Beine ein und genossen das reichhaltige Nachtessen. Um 22.00 Uhr hörten wir Elektromotoren, gingen ans Fenster und kamen in den Genuss einer nächtlichen Modellflugshow mit Nurflüglern, die mit LED-Lichterketten ausgestattet waren. Ein tolles Spektakel!

Abendstimmung am Hahnenmoospass
Tourendaten:
Strecke 22.6 km
Aufstieg 1429 Hm, Abstieg 1562 Hm
Zeit unterwegs 9 Std. 40 Min.
Reiseführer Via Alpina: R100 (Archiv, alte Streckenführung) und Abkürzung zum Hahnenmoospass auf R72

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Samstag, 1. August 2015

Via Alpina: Rundwanderung Schwarenbach - Sunnbüel

Der angekündigte Regentag war eingetroffen, und wir entschlossen uns zu einem Pausentag mit kleiner Rundwanderung. Wir verlängerten unseren Aufenhalt im Berghotel Schwarenbach um einen Tag und liessen uns beim Frühstück viel Zeit.

Als um 11.00 Uhr die gröbsten Niederschläge vorbeigezogen waren, wanderten wir gemütlich und mit leichtem Gepäck hinunter zum Sunnbüel, einer Seilbahnstation oberhalb von Kandersteg. Zurück zum Schwarenbach folgten wir dem oberen Weg beim Arvenwäldchen.

Regenprogramm: Rundwanderung vom Schwarenbach zur Seilbahnstation Sunnbüel

Tourendaten:
Strecke 9.7 km
Aufstieg 320 Hm, Abstieg 320 Hm
Zeit unterwegs 4 Std. 20 Min.

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Freitag, 31. Juli 2015

Via Alpina: Leukerbad - Schwarenbach

Wir verliessen Leukerbad und stiegen den gut ausgebauten, aber recht steilen Gemmiweg hinauf. Der Gemmipass ist ein historischer Säumerübergang vom Wallis ins Berner Oberland.

Gemmipass: da führt der Weg hoch

Geschickt windet sich der gut abgesicherte Weg zwischen den Felsen
in die Höhe
Unterwegs beobachteten wir staunend, wie ein Helikopter zwischen Felswänden, Strom- und Seilbahnkabeln hindurch Zementsäcke für die Wegsanierung einflog.

Anlieferung von Zement für die Wegsanierung

Imposante Felswände rahmen den Weg ein
Bereits zwei Stunden nach Abmarsch erreichten wir die Passhöhe. Beim Berghotel Wildstrubel auf der Gemmi, das gleich neben der Seilbahnstation steht, genossen wir Kaffee, Aprikosenkuchen und die grossartige Aussicht auf Mischabel, Weisshorn, Matterhorn und andere schöne Berge. Von der Aussichtsplattform aus lassen sich auch Kletterer im Erlebnisklettersteig Gemmiwand beobachten.

Blick vom Gemmipass zum Wildstrubel

Beeindruckendes Walliser Panorama mit Matterhorn & Co.

Aussichtsplattform beim Panoramarestaurant Wildstrubel auf der Gemmi

Tiefblick nach Leukerbad

Daubensee: Natursee mit unterirdischem Abfluss
Der Weg führte uns hinunter zum Daubensee, wo uns ein frischer Wind entgegen blies. Den Rest des Wegs zum Berghotel Schwarenbach legten wir in weniger als einer halben Stunde zurück, mit Blick zur beeindruckenden schrägen Plattenwand des Altels. Wir genossen die Nachmittagssonne auf der Restaurantterrasse und beobachteten die vorbeiströmenden Wandergruppen, bevor unser Quartier im komfortablen Mehrbettzimmer bezogen. Ich erinnerte mich an meine Skitourenwoche vom April 2015 in diesem Gebiet.

Berghotel Schwarenbach, unsere Unterkunft für zwei Nächte
Tourendaten:
Strecke 9.4 km
Aufstieg 990 Hm, Abstieg 309 Hm
Zeit unterwegs 5 Std. 05 Min.
Reiseführer Via Alpina: R99 (Archiv, alte Wegführung)

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Donnerstag, 30. Juli 2015

Via Alpina: Gampel / Steg - Leukerbad

Wir machten uns bereits kurz nach 7.00 Uhr auf den Weg, denn vor uns lag eine anspruchsvolle Via Alpina-Etappe. Zunächst folgten wir dem Kreuzweg zur Kapelle zu den Spitzen Steinen.

Von Gampel / Steg folgt man dem Kreuzweg
Weiter ging es steil hinauf, dem Wegverlauf folgend, immer mit Blick ins Tal und auf das ehemalige Flugfeld Turtmann. Dessen kryptische Aufschrift "Dort ist ein Mann" gab uns zunächst Rätsel auf, erwies sich aber als Spiel mit dem Ortsnamen. Es handelte sich um ein Projekt der TRIENNALE für zeitgenössische Kunst in Turtmann.

Wanderweg nach Bratsch

Bratsch, ein schönes Walliser Dorf
Bald erreichten wir Bratsch, ein typisches kleines Walliser Dorf mit schönen alten Holzhäusern. Auf einem schönen Höhenweg ging es weiter über Erschmatt und Feschel nach Guttet.

Lattenzaun dank Ski-Recycling

Schöner Wiesenweg nach Erschmatt

Türbaukunst aus dem Jahr 1663
Wir gelangten in ein Gebiet, wo 2003 der Wald grossflächig abbrannte. Die schöne Gegend faszinierte uns mit bizarren kahlen Baumstämmen, schönen Blumen, nachwachsendem Buschwerk und einem freien Blickfeld nach Sion ins untere Wallis.

Im Waldbrandgebiet regt sich neues Leben


Blick ins Rhonetal

Albinen, schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung
Vorbei am kompakten Haufendorf Albinen ging es nach Flaschen, dem Ausgangspunkt zur Torrentsesselbahn. Wir hingegen fuhren nicht aufwärts, sondern stiegen über die respekteinflössenden acht Holzleitern ("Albinen-Leitern") 100 Höhenmeter eine steile Wand hinab. Aufwärts wäre uns lieber gewesen, aber Spass machte die Begehung allemal. Nicht schwindelfreie Wanderer können diesen Abschnitt auch umgehen.

Abstieg nach Leukerbad über die Albinenleitern

Albinenleitern: Mit Hilfe von acht alten Holzleitern wird eine Felswand
von 100 Hm überwunden.
Vom Fuss der Wand war es nicht mehr weit ins touristische Leukerbad. Wir checkten im sehr gastfreundlichen Hotel Escher ein und gönnten uns danach im Burgerbad einen entspannenden Badenachmittag.

Promenade in Leukerbad
Tourendaten:
Strecke 20.4 km
Aufstieg 1386 Hm, Abstieg 575 Hm
Zeit unterwegs 7 Std. 35 Min.
Reiseführer Via Alpina: R98

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