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Montag, 7. August 2017

Via Alpina: Orsières - Bourg-St-Pierre

Schönstes Wanderwetter am achten Tag unseres Via-Alpina-Weitwanderprojekts. Da eine kurze und technisch anspruchslose Wanderetappe ins Val d'Entremont vor uns lag, schliefen wir aus und nahmen im Hotel Terminus ein gemütliches Frühstück zu uns. Danach kauften wir im Dorf Proviant ein, bevor wir weiterwanderten.

Blick zurück nach Orsières, am Horizont ist der Col du Demècre sichtbar
Wir liessen Orsières hinter uns und stiegen auf einem Waldsträsschen nach Forney auf. Danach führte uns der Weg wieder leicht abwärts nach Les Moulins, wo wir den Bach Drance d'Entremont überquerten. Weitere Überquerungen folgten in Le Pont de la Tsi und Liddes. Letzteres ist ein altes Bergdorf, das an starker Entvölkerung leidet. Mehrere alte Häuser stehen zum Verkauf.

Liddes, einsames Dörfchen am Grossen St. Bernhard

Stiller Wanderweg nahe der Passstrasse
Weiter führte uns der Weg, immer in der Nähe der Passstrasse Grosser St. Bernhard, bis zur Kapelle Notre Dame de Lorette auf 1'610 m.ü.M. Dort hielten wir ausgiebige Mittagsrast und legten uns für ein Nickerchen an die Sonne.

Kapelle Notre Dame de Lorette

Hotel Bivouac Napoléon in Bourg-St-Pierre
Danach war es nur noch ein Katzensprung nach Bourg-Saint-Pierre, wo wir im Hotel Bivouac de Napoléon wohnten. Neben dem Hotel hat es zwei Holzgebäude, wo sich einfachere Motelzimmer und auch kleine Zimmer mit Gemeinschaftsbad befinden.

In diesem ehemaligen Hotel übernachtete Napoléon Bonaparte am 20.05.1800,
als er mit 46'000 Mann den Grossen St. Bernhard überquerte
Es lohnt sich, das kleine, aber historisch bedeutende Passdorf Bourg-St-Pierre genauer anzuschauen. Napoléon marschierte dort am 20. Mai 1800 mit 46'000 Soldaten vorbei und verbrachte die Nacht im Dorf.

Die Kirche von Bourg-St-Pierre


Tourendaten:
Strecke 13.7 km
Aufstieg 894 Hm, Abstieg 163 Hm
Zeit unterwegs 4 Std. 55 Min, davon in Bewegung 3 Std. 30 Min.

Hyperlinks:
nächste Etappe
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Reiseführer Via Alpina: R81 (Teil)

GPS-Track:

Sonntag, 6. August 2017

Via Alpina: Trient - Orsières


Auberge du Mont-Blanc in Trient
Der siebte Wandertag begann wolkenverhangen. Da es uns nicht gelang, in Champex-Lac ein Zimmer zu buchen, entschlossen wir uns, bis nach Orsières im Val d'Entrement zu wandern. Eine eher lange Etappe. Auf dem alten Kutschenweg stiegen wir hinauf zum Col de la Forclaz, dem Strassenpass, der Martigny mit Chamonix verbindet. Während des Aufstiegs begann es erstmals kurz zu nieseln.

Aufstieg zum Col de la Forclaz

Bei der Forclaz-Passhöhe
Auf der Passhöhe lasen wir auf einem Wegweiser, dass Martigny, der Ausgangspunkt unserer Wanderung, in nur vier Stunden zu erreichen wäre. Der Kreis war also fast wieder geschlossen. Weiter ging es durch den Nebel auf einem Waldweg sanft aufwärts, vorbei an Eringer Kampfkühen, zur Alp Bovine.
Im Nebel zur Alp Bovine

Kuchenbuffet bei der Alp Bovine
Oben auf einem beliebten Aussichtspunkt, der uns bei Nebel leider nicht viel nützte, lag die Buvette de Bovine, wo wir uns auf die Terrasse setzten. Kaum waren Kaffee und köstliche Kuchen auf dem Tisch, setzte der Regen ein. Wir platzierten uns um ins Innere der urchigen Alphütte. Was für ein Anblick: Holzgebälk, Holzherd, ein riesiges Kuchenbuffet, oben ein kleines Schlaflager. Die Alpwirtschaft wurde von Wanderern aus aller Herren Länder frequentiert. Wir folgten immer noch der Tour du Mont Blanc, und heute zogen ganze Karawanen an uns vorbei. Leidend zumeist, denn während wir steil von der Alp Bovine nach Champex abstiegen, mussten sich die Wanderer im Gegenverkehr, viele mit schwerem Gepäck und viel zu warmer Kleidung, mühsam den Hang hinauf schleppen.

Bei Plan de l'Au gerieten wir nochmals in leichten Regen, der aber bald wieder aufhörte. Als wir im Dorf Champex-Lac eintrafen, kehrten wir in einem Tea-Room ein und bestellten ein spätes Mittagessen: Penne mit Tomatensauce. Wir hatten in der ersten Wanderwoche eine Überdosis an mit Käse überbackenen Speisen zu uns genommen und freuten uns auf die Pasta. Doch wir staunten nicht schlecht: Auch die Penne waren gratiniert...

Wegweiser in Champex

Am See von Champex

Alter Speicher in Chez-Les-Reuses
Zur Verdauung ging es von Champex-Lac, sehr touristisch mit schönem See, hinunter über den Weiler Chez les Reuse mit seinen rustikalen alten Holzhäuschen hinunter nach Orsières. Dieses Dorf an der Passstrasse des Grossen St. Bernhard hatte früher einmal grosse Zeiten erlebt, wirkte jetzt aber etwas abgehängt. Wir wohnten im komfortablen Hotel Terminus, direkt am kleinen Bahnhof. Hier gab es sogar einen schnellen Wäscheservice.

Da das Hotelrestaurant am Sonntag Ruhetag hatte, assen wir, nachdem wir die alte Kirche Saint Nicolas besichtigt hatten, im Hotel Union Salat und Pizza. Der nette Wirt, ein Steirer, erzählte uns von den Fernwanderern, von den Pilgern auf der Via Francigena, welche im Mittelalter der wichtigste europäische Pilgerweg war, und von den Mountain Runners. Hier gibt es jährlich einen grossen Berglauf mit rund 2'000 Teilnehmern, deshalb bereiten sich viele auf dieser Strecke vor.

Hotel Terminus in Orsières

Kirche Saint Nicolas in Orsières, einem Etappenort an der Via Francigena


Tourendaten:
Strecke 20.5 km
Aufstieg 1042 Hm, Abstieg 1395 Hm
Zeit unterwegs 8 Std. 20 Min, davon in Bewegung 6 Std. 05 Min.

Hyperlinks:
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Reiseführer Via Alpina: R80 / R81

GPS-Track: