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Sonntag, 5. August 2012

Via Alpina: Vorsiez - Elm

Tag 5 unseres Via Alpina-Weitwanderprojekts. Die Gewitterwolken der letzten Nacht hatten sich grösstenteils verflüchtigt. Gerne hätten wir den Sonntag mit dem Älplerbrunch zelebriert, der auf der Alp Siez im Juli und August sonntags viele Wanderer ins Weisstannental lockt. Doch in unserem Zeitplan war nicht genug Platz, also begnügten wir uns mit dem normalen Frühstück samt Alpkäse und selbstgemachtem Joghurt.

Aufstieg zur Alp Foo
Um 8.30 Uhr brachen wir auf. Da die Wege vom nächtlichen Regen noch nass und schlüpfrig waren, folgten wir statt dem Wanderweg der asphaltierten Fahrstrasse nach Untersäss.

Nasse Strasse bei der Alp Siez

Danach folgte ein sehr schöner Aufsteig dem felsigen Bachtobel entlang. Über Schieferkies ging es auf einem guten Weg an kleinen Wasserfällen vorbei hinauf zur Alp Foo.

Aufstieg vom Walabütz zur Alp Foo

Bachidylle an der Seez

Foopass: Übergang ins Glarnerland
Auf den von Kühen zertrampelten und gut gedüngten Wegen ging es dem Heiteli entlang weiter zum Foopass, den wir um 11.30 Uhr erreichten. Kurz vor der Passhöhe setzte plötzlich Regen und Wind ein, was uns etwas enttäuschte, denn wir hatten uns auf die schöne Aussicht gefreut. Doch die Berge waren wolkenverhangen. Wir witzelten darüber, dass wir wohl einen "Fauxpas" begangen hätten.

Beim Heiteli in Richtung Foopass

Nach dem Passübergang zeigte sich wieder die Sonne, und die Sicht auf die Glarner Alpen tat sich auf. Wir genossen das eindrückliche Panorama und stiegen auf steilen Wiesenwegen zum Raminer Matt ab. Auch die Tierwelt präsentierte sich: Murmeltiere warnten mit schrillen Pfiffen, schwarze Alpensalamander querten träge den Wanderweg.

Blick vom Foopass auf die Glarner Alpen
Unterhalb der Alp rasteten wir und genossen unser kleines Mittagessen aus dem Rucksack. Leider zog wieder Bewölkung auf, so dass wir uns schnell an den Abstieg nach Elm machten. Schon kurz nach dem Mittleren Stafel gerieten wir in ein schweres Gewitter, teilweise mit starkem Regen. Nebelartige Wolkenfetzen verhüllten die Sicht und machten es schwierig, die Blitze zu lokalisieren. Unheimlich!

Das liebliche Elm

Elm: Bilderbuchdorf mit bewegter Geschichte
Um 15.30 Uhr trafen wir in Elm ein. Das wunderschöne Dorf präsentierte sich von seiner besten Seite: Die dunklen Wolken machten einem blauen Himmel Platz, die Sonne schien und die saftigen Wiesen leuchteten hellgrün.

Kirche mit dem Martinsloch (links in der Felswand)

Wir bezogen unser Zimmer im Hotel Elmer und hängten sogleich unsere nassen Kleider zum Trocknen auf. Danach bestaunten wir auf einem Dorfrundgang die schönen historischen Häuser und den Blick zum Martinsloch. Jeweils an wenigen Tagen im Frühling und im Herbst beleuchtet die Sonne durch diesen Felsdurchbruch in den Tschingelhörnern die Kirche von Elm.

Das Suworow-Haus, Baujahr 1748

Elm musste 1881 sein eigenes "9/11" erleben. Am 11. September 1881 verschüttete der Bergsturz von Elm in drei Etappen grosse Teile des Dorfes. Ursache war der starke und bergmännisch unsachgemässe Schieferabbau, der damals wichtigste Einnahmequelle des Bergdorfes war. In der Novelle "Die Steinflut" beschreibt Franz Hohler eindrücklich die schicksalshaften Tage der Elmer aus der Perspektive eines siebenjährigen Mädchens.


Tourendaten:
20,7 km Strecke
7 Std unterwegs, davon 5,5 Std reine Wanderzeit.
Reiseführer Via Alpina: R60 (Rest)

Hyperlinks:
Nächste Etappe
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GPS-Track:

Samstag, 4. August 2012

Via Alpina: Sargans - Vorsiez

Mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel Post in Sargans bereiteten wir uns auf Tag 4 unseres Via Alpina Weitwanderprojekts vor. Unsere Tagesetappe führte uns auf dem offiziellen "grünen Weg" der Via Alpina vom Verkehrsknotenpunkt Sargans bis zuhinterst ins Weisstannental.

Über Mels zum Weiler St. Martin
Sehenswürdigkeiten von Sargans sind das historische Schloss mit dem markanten Burgfried und das ehemalige Eisenbergwerk im Gonzen. Doch unser Zeitplan liess diesmal keine Besichtigung zu. Um 8:40 Uhr machten wir uns auf den Weg, der zuerst flach nach ins Dorf Mels führt.

Schloss Sargans mit Gonzen

Mels

Von Mels führt die Via Alpina sportlich hinauf zum Weiler St. Martin. Wir genossen das schöne, warme Sommerwetter. Weiter ging es auf dem schattigen alten Vermoler Weg hoch über der Seez ins Weisstannental hinein.

Auf dem alten Vermoler Weg

Einsames Weisstannental
Das Weisstannental ist ziemlich abgeschieden und ruhig. So erstaunt es, dass hier 1798 zu Zeiten der französischen Revolution 860 französische Offiziere, 8334 Soldaten und 420 Pferde beherbergt worden waren.
Das Weisstannental

Mobile Wäscheleine

Beim Restaurant Mühle in Schwende folgten wir nicht den GPS-Daten, die rechts zum Höhenweg hinauf geführt hätten, sondern folgten der neuen Beschilderung dem Bach entlang. Der Wanderweg wurde hier sehr schön neu gestaltet. Auf einer schönen Sitzbank am Bach genossen wir unser Mittagessen aus dem Rucksack.

Eine Informationstafel und ein Brunnen erinnern daran, dass im Gebiet Rappenloch oberhalb von Weisstannen 1911 erstmals wieder Steinböcke ausgewildert wurden, nachdem sie in der Schweiz völlig ausgestorben waren.

Bald erreichten wir das Dorf Weisstannen. Wir gönnten uns im Hotel Gemse eine Erfrischung. Langsam zog Bewölkung auf - der Wetterbericht hatte für den nächsten Tag Regen angekündigt. Da wir noch fit waren, entschlossen wir uns, das trockene Wetter auszunützen und noch bis Vorsiez weiter zu gehen.

Weisstannen

Alp Siez - Alpwirtschaft mit Schaukäserei
Der Wanderweg nach Vorsiez wurde dieses Jahr rechts des Baches frisch angelegt. Eine gelungene Arbeit. Nur die Beschilderung war noch provisorisch und verwirrte uns anfänglich.

Um 15:15 Uhr erreichten wir die gemütliche Alp Siez (1175m). Bei unserer Ankunft setzte ein leichter Regen ein. Wir waren froh, dass die Alpwirtschaft gut überdacht ist.

Unsere Unterkunft: Das Restaurant Alp Siez

Die Alp hat eine erstaunlich gute Infrastruktur: Schaukäserei, grosses Massenlager (wir waren allein im Zimmer), schöne Dusche. Im Juli und August findet hier jeden Sonntag ab 08:30 Uhr ein grosser Älplerbrunch statt.

Der Sonntagsbrunch wird vorbereitet

Nach dem Nachtessen (Salat, Älplermagronen, Melser Rotwein und Glacé) legten wir uns schon bald schlafen und lauschtem dem Gewitterregen.


Tourendaten:
19.3 km, 6 Std. 35 Min. unterwegs
Reiseführer Via Alpina: R59 und Teil R60

Hyperlinks:
Nächste Etappe
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GPS-Track: