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Montag, 17. Juli 2023

Via Alpina: Pesek - Matavun

 


Da uns auch am Montag wieder ein heisser Tag erwartete, hatten wir den Wecher auf 5 Uhr gestellt. Nach einem improvisierten Frühstück auf dem Balkon verliessen wir das Hotel Pesek um 6 Uhr morgens. Anstatt wie auf dem Via-Alpina-Track angegeben der vielbefahrenen Überlandstrasse SS14 nach Krvavi Potok zu folgen, wählten wir die viel angenehmere Abkürzung auf dem Feldweg über die grüne Grenze. Die Abzweigung ist ausgangs Pesek auf der linken Strassenseite, beim Parkplatz eines ehemaligen Restaurants. Die Morgentemperaturen waren sehr angenehm, so dass wir schnell vorankamen. Vorbei an Perückensträuchern und schönen Magerwiesen, in denen sich Feldhasen tummelten, erreichten wir die verfallene Kirche Sveti Tomaz.

Von Pesek über die grüne Grenze nach Slowenien

Morgenstimmung beim Aufstieg auf den Hügel zu den
Ruinen der Kirche Sv. Tomaža (St. Thomas)

Der Weg führte in angenehmer Steigung hinauf zum Berg Kokos mit der Alpenvereinshütte. Gleich hinter der Hütte ging es in relativ direkter Linie wieder talwärts nach Škibini, wo die Strasse nach Lipica führt, das für die Zucht der Lipizzaner-Pferde berühmt ist. Vor Lipica, beim Anblick der ersten typischen Weissen Pferdezäune, bogen wir rechts auf einen Fussweg ab, der hineinführte in den bewaldeten Karst. Eine wunderschöne Ebene!

Hütte auf dem Berg Kokoš

Bei Lipica, bekannt für die Lipizzaner-Pferde

Durch bewaldete Karstgebiete

Vorbei an der Jama Vilenica (Feenhöhle, nur an Wochenenden und Feiertagen geöffnet) gelangten wir bald zur Ortschaft Lokev. Die Sonne brannte inzwischen heiss. Beim Tabor-Turm machten wir eine Hitzepause im Schatten eines Baumes. Über Asphaltstrassen und Kieswege erreichten wir schliesslich unser Tagesziel Matavun. Die Wegweiser auf der Strecke zeigen deutlich zu lange Wanderzeiten an, was uns sehr verunsichert hatte. Wir bezogen unser Zimmer im gemütlichen Hostel Skrla, duschten und bestellten als Mittagessen getoastetes Brot mit lokal produzierten Zutaten: eingelegten Zwiebeln, Schinken und hausgemachten Speck, Salsitz.

Sympathische Herberge: Hostel Škrla in Matavun,
in unmittelbarer Nähe der Höhlen von Škocjan gelegen

Um 16 Uhr besuchten wir die Führung durch die berühmten Höhlen von Skozjan, die vom Hostel Skrla aus fussläufig zu erreichen sind. Eine Online-Reservierung empfiehlt sich, die Höhlen sind absolut beeindruckend: riesige Säle mit Stalaktiten und Stalagmiten. Am Ende der Führung gelangt man in eine unterirdische Schlucht und folgt auf einem in den Felsen gehauenen Weg dem Fluss. Die Reka verschwindet in die Höhlen und taucht in Italien unter anderem Namen wieder auf, wo sie nur zwei Kilometer später in die Adria mündet. Leider durften wir die wunderschöne Szenerie nicht fotografieren. Der Rundgang dauert 1 ½ Stunden, danach stehen drei Varianten für den Ausstieg zur Wahl. Wir wählten Nummer 2 und erreichten in 20 Minuten wieder das Dorf.

Der Fluss Reka verschwindet in den
beeindruckenden Karsthöhlen von Škocjan 

In den Höhlen von Škocjan darf leider nicht fotografiert
werden - Blick vom Höhlenausgang in die Schlucht


Tourendaten:
Strecke 21.1 km
Aufstieg 397 Hm, Abstieg 464 Hm
Zeit unterwegs 6 Std. 50 Min., davon in Bewegung 5 Std. 05 Min.

Hyperlinks:
nächste Etappe
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Reiseführer Via Alpina: R2 (ab Pesek)


GPS-Track:

Sonntag, 16. Juli 2023

Via Alpina: Muggia - Pesek

 

Früher Aufbruch in Porto San Rocco bei Muggia

Unser diesjähriges Wanderabenteuer auf der Via Alpina begann in Muggia bei Triest. Wir waren zuvor mit dem ÖBB-Nachtzug nach Lubljana gereist und hatten am Nachmittag den FlixBus nach Triest genommen. Im Hotel San Rocco beim gleichnamigen Hafen verbrachten wir einen gemütlichen Abend am Golf von Triest.

Weil der Wetterbericht hohe Temperaturen angekündigt hatte, klingelte unser Wecker schon um 5 Uhr morgens. Nach einem ausgiebigen Frühstück auf dem Balkon verliessen wir Porto San Rocco bereits um 6.15 Uhr. Vom Yachthafen führte der Weg am alten Fischerhafen von Muggia vorbei, bevor wir die Piazza Marconi erreichten, dem offiziellen Startpunkt der roten Via Alpina. Seltsam, kein Wegweiser, keine Infotafel, kein Torbogen macht auf diese Tatsache aufmerksam. Der Wegverlauf der Via Alpina ist in dieser Region generell eher schlecht markiert, weshalb gute Vorbereitung mit einer Wander-App oder einem GPS-Gerät wichtig ist.

Piazza Marconi in Muggia, der offizielle Routenstart

Angenehm schattiger Weg über die Hügel von Muggia

Wir wanderten zuerst hügelaufwärts nach Santa Barbara und von dort über einen lieblichen Feldweg wieder hinunter nach Rabuiese, immer in der Nähe der slowenischen Grenze. Am Ende der Industriestrasse führte die Via Alpina durch den feuchtwarmen Bosco di Valle Noghere, wo uns hunderte von hungrigen Mücken auflauerten. Am Ende des Wäldchens mussten wir improvisieren, da ein auf der Karte eingezeichneter Pfad nicht mehr existierte. Wir folgten den Wanderwegmarkierungen, machten einen kleinen Umweg und fanden rasch zurück zur offiziellen Route. Nach dem Aufstieg erreichten wir Caresana und folgten dem Pfad, der schliesslich in steilem Zickzack hinauf führte nach San Dorligo della Valle (oder slowenisch: Dolina). 

An diesem Tag mehrfach gesehen: vermutlich von Flüchtlingen
entsorgte Kleidungsstücke, Rucksäcke und Schuhe

Pfad durch den lichten Wald

Allmählich wurde die Hitze drückend, und der Schweiss schoss aus den Poren. Über den Bosco Rosandra stiegen wir Richtung Monte Carso auf, teilweise über von der Sonne aufgeheizte Geröllfelder. Oben gab es Verwirrung bei einem der Wegweiser, weil er das Rifugio Premuda in einer Richtung anzeigte, die nach meiner GPS-Route nicht stimmte. Das Kartenstudium ergab, dass zwei Wege zum gleichen Ziel führten. Wir blieben also auf der offiziellen Route. Es folgte ein steiler Abstieg über rutschige Geröllhänge zum Rifugio Premuda. Dort angekommen, machten wir eine ausgiebige Mittagspause an einem Tisch im Schatten der Bäume. Leider kann hier nur gegessen, aber nicht mehr übernachtet werden.

Aussicht vom Monte Carso auf die Industriezone
von San Dorligo della Valle und die Triester Bucht

Schutthänge am Monte Carso, von der Mittagssonne aufgeheizt

Rifugio Mario Premuda, die tiefstgelegene Alpenclubhütte Italiens
(nur Restaurationsbetrieb, keine Übernachtung möglich)

Nach dem Essen wanderten wir weiter ins schöne Rosandratal, wo auch Spuren eines alten römischen Aquädukts zu finden sind. Am Bach hat es kleine Badestellen, die bei Ausflüglern sehr beliebt sind. Auch wir nutzten diese Möglichkeit zur Abkühlung. Danach ging es aufwärts bis zum Talschluss mit dem schönen Wasserfall. Bei Bottazzo führte der Pfad sehr steil und schweisstreibend hinauf bis zu einer Bergstrasse mit kleinem Tunnel. Nach dem Tunnel zweigten wir wieder bergaufwärts ab, wobei der Wegverlauf neu angelegt wurde und nicht mehr der Karte entsprach. Schon bald hatten wir die Hügelkuppe erreicht und wanderten durch den Bosco Stena hinab nach Draga San Elia.

Antikes römisches Aquadukt

Badebetrieb im Rosandratal

Erstmals eine Via-Alpina-Wegmarkierung

Rosandra-Wasserfall

Unterwegs im Rosandra-Tal Richtung Pesek

Über einen vorerst nicht markierten Waldweg gelangten wir angenehm, zuerst den Wald hinauf und dann wieder abwärts, nach Pesek, einem Weiler an der Grenze zwischen Italien und Slowenien. Im Hotel Pesek, wo wir ein Zimmer gebucht hatten, wurden wir sehr freundlich empfangen. Nach einer erfrischenden Dusche genossen wir kühle Getränke im schattigen Gastgarten. Das Essen im Ristorante war ebenfalls hervorragend. 

Tourendaten:
Strecke 24.7 km
Aufstieg 1225 Hm, Abstieg 756 Hm
Zeit unterwegs 10 Std. 55 Min., davon in Bewegung 6 Std. 55 Min.

Hyperlinks:
nächste Etappe
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Reiseführer Via Alpina: R1, R2 (bis Pesek)

GPS-Track: