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Mittwoch, 24. September 2025

Via Alpina: Seekofelhütte - Ausserpichl

Regenstimmung am Pragser Wildsee


Unser Tag begann mit dem Frühstück um 7 Uhr in der Seekofelhütte. Nachdem wir uns gestärkt hatten, starteten wir etwa eine Stunde später in unsere vierte Tagesetappe auf der Via Alpina 2025. Zunächst führte uns der Weg hinauf zur Ofenscharte auf 2'388 m ü.M. Anschliessend begann ein steiler Abstieg in den Ofen, bei dem wir auf losem Schotter vorsichtig abwärts gingen. Der weitere Weg verlief entlang eines mit Drahtseil gesicherten Abschnitts am Fuss des Ofens, der uns zum idyllisch gelegenen Seebel führte, dessen lichte Baumbestände für eine besondere Atmosphäre sorgten. Danach setzten wir unseren Marsch ins sogenannte Nabige Loch fort.

Aufstieg von der Seekofelhütte zur Ofenscharte

Abstieg in den Ofen

Kurze Steilstufe

Hinunter zum Nabigen Loch

Beim Nabigen Loch

Auf diesem Abschnitt begegneten uns immer mehr Wanderer mit schweren Rucksäcken, die entweder dem Dolomiten-Höhenweg Nr. 1 oder Nr. 3 folgten. Beim Nabigen Loch war der Normalweg gesperrt und eine Umleitung ausgeschildert. Wir stiegen deshalb vorsichtig auf dem Ersatzweg über einen steilen Schutthang mit bröseligem Kies hinab. Schon von weitem konnten wir den Pragser Wildsee durch die Nebelschwaden schimmern sehen – sein smaragdgrünes Wasser und die beeindruckende Szenerie, in der riesige Schuttkegel von den hohen Bergen scheinbar direkt in den See fliessen, liessen uns einen Moment innehalten.

Umleitung

Erster Blick zum Pragser Wildsee

Der improvisierte Weg ist steil

Über weite Schutthänge hinunter zum See

Kaum hatten wir den See erreicht, tauchten wir mitten in den Touristenstrom ein. Dank des schlechten Wetters fanden wir am Ufer jedoch ein freies Picknick-Tischchen und genossen unser Rucksack-Picknick mit direktem Blick auf den See – ein echtes Instagram-Highlight. Leider begann es bald zu regnen, sodass wir unsere Rast beendeten und zum Selbstbedienungsrestaurant Emmas Bistro am Parkeingang weitergingen. Dort vertrieben wir uns die Zeit bei Kaffee und Gebäck am Stehtisch und warteten den inzwischen starken Regen ab. 

Touristenmagnet: Pragser Wildsee

Da sich das Wetter nicht besserte, zogen wir unsere Regenkleidung an und wanderten weiter. Der sehr schöne Weg Nr. 1 führte uns am Pragser Bach entlang nach Oberhaus und weiter am Bad Neuprags vorbei nach Schmieden. Von dort aus wählten wir den oberen Weg hinauf über Schweinberg nach Brandt und stiegen anschliessend auf Wiesenwegen ins Tal hinab. Unten angekommen folgten wir dem Pustertaler Radweg, der ein Stück weit parallel zur vielbefahrenen Überlandstrasse nach Welsberg verläuft. Als sich die Sonne wieder zeigte, konnten wir endlich unsere Regensachen einpacken.

Wanderung ins Pragser Tal

Schmieden

Nach der Durchquerung von Welsberg wechselten wir auf den gemütlichen Talblickweg, einen kombinierten Rad- und Wanderweg, der uns ins Gsieser Tal führte. Die Tagesetappe war lang und wir spürten langsam die Anstrengung in unseren Beinen – schliesslich hatten wir fast 27 Kilometer zurückgelegt. Bei der Kapelle in Durnwald bogen wir nach Ausserpichl ab und erreichten nach einem kurzen Anstieg das Dorf und unser Ziel, das Turmhotel Gschwendt. Dort genossen wir ein gutes Abendessen und zogen uns müde, aber zufrieden, in unser komfortables Zimmer zurück.

Schloss Welsperg

Talblickweg

Pichl im Gsieser Tal


Tagesziel: Turmhotel Gschwendt in Ausserpichl

Tourendaten:
Strecke 26.7 km
Aufstieg 386 Hm, Abstieg 1'455 Hm
Zeit unterwegs 9 Std. 05 Min., davon in Bewegung 6 Std. 40 Min.

Hyperlinks:
nächste Etappe
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Reiseführer Via Alpina: Teil von R29

GPS-Track:

Dienstag, 23. September 2025

Via Alpina: Plätzwiese - Seekofelhütte

Beim Gumpalboden, im Hintergrund die drei Zinnen


Der dritte Wandertag auf der Via Alpina 2025 begann für uns mit einem ausgiebigen Frühstück um 7:30 Uhr im Hotel Hohe Gaisl. Gut gestärkt machten wir uns eine Stunde später auf den Weg zur Seekofelhütte, während uns der Himmel zunächst mit strahlendem Blau begrüsste. Glücklicherweise hatte sich der Wetterbericht über Nacht zu unseren Gunsten geändert – das für den Mittag angekündigte Gewitter war kein Thema mehr. So entschieden wir uns, wie ursprünglich geplant, für die Normalroute auf dem Dolomiten-Höhenweg Nr. 3 anstelle der alternativen, leichteren Strecke untenrum über das Brückele.

Der erste Kilometer führten uns durch die wunderschöne Parklandschaft der Plätzwiese, deren Weite und Schönheit uns beeindruckte. Bei der Stolla Alm zweigt der Weg nach Westen ab. Besonders beeindruckte uns die Aussicht auf das mächtige Kar, das zwischen der Gumpalspitze und der Hohen Schlechtgaisl liegt. Und immer wieder schweifte unser Blick beim Aufstieg zurück zu den markanten Drei Zinnen in der Ferne.

Sonniger Start auf der Plätzwiese

Hohe Gaisl

Berggasthof Plätzwiese

Erste Wolken ziehen auf

Blick zurück zum Plätzwiesensattel

Letzter Blick zurück zu den Drei Zinnen

Hangquerung unter der Schlechtgaisl

Im Laufe des Vormittags zogen immer mehr Wolken auf. An der Gaiselleite, unterhalb des Gaisele, war der Weg sehr gut gesichert, da diese Passage recht ausgesetzt verläuft. Kurz darauf erreichten wir den Bereich des Felssturzes an der Kleinen Gaisl, wo am 17.08.2016 rund 1,6 Millionen Kubikmeter Fels bis zum Wanderweg heruntergestürzt waren. Der ursprüngliche Weg ist seither unpassierbar, doch eine neue Route umgeht die verschüttete Zone etwas unterhalb. Schon bald kamen wir an der äusserst gemütlichen Rossalmhütte an. Hier gönnten wir uns ein warmes Mittagessen und unterhielten uns angeregt mit anderen Gästen.

Drahtseilgesicherte Stelle bei der Gaiselleite

Gaiselleite, Blick zurück


Felssturz Kleine Gaisl 2016 (1.6 Mio. m3)

Gemütliche Berghütte Rossalm

Gestärkt setzten wir unseren Weg fort und stiegen über spannende Felsbänder zum Fosses Riedl (Cocodain-Scharte) auf. Von dort führte ein hübscher Höhenweg direkt zur Seekofelhütte (Rifugio Biella), die am Fuss der Ofenmauer liegt. Auf den letzten 500 Metern begann es leicht zu nieseln, doch wir erreichten die Hütte noch trocken und mussten keinen Regenschutz anlegen.

Zusatztank einer P-47 Thunderbolt

Der Seekofel, in Wolken gehüllt

Bei der Cocodain-Scharte

Die Seekofelhütte (Rifugio Biella) selbst ist einfach eingerichtet und aufgrund ihrer Lage am Dolomiten-Höhenweg Nr. 1 stets gut besucht – eine frühzeitige Reservation ist unbedingt zu empfehlen. Nach einem gemütlichen Apéro und einem straff organisierten Nachtessen legten wir uns bereits früh schlafen, um für die nächste Etappe gut ausgeruht zu sein.

Unser Tagesziel, die Seekofelhütte (Rifugio Biella)


Tourendaten:
Strecke 12.6 km
Aufstieg 834 Hm, Abstieg 503 Hm
Zeit unterwegs 6 Std. 40 Min., davon in Bewegung 4 Std. 05 Min.

Hyperlinks:
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Reiseführer Via Alpina: zweiter Teil von R28

GPS-Track:

Montag, 22. September 2025

Via Alpina: Dreizinnenhütte - Plätzwiese

Querung ins Helltal


Die Dreizinnenhütte ist bestens auf den grossen Andrang von Wandernden vorbereitet. Das Frühstück wurde nicht als Buffet gereicht, sondern stand bereits am Tisch bereit – so konnten wir zügig aufbrechen. Unser Tagesziel war die Plätzwiese. Um 7:45 Uhr machten wir uns auf den Weg. Das Wetter zeigte sich noch von seiner passablen Seite: Es war leicht bewölkt, aber immer wieder liessen sonnige Abschnitte die Landschaft erstrahlen.

Der erste Abschnitt führte steil hinab zum Zirmboden. Von dort folgten wir dem langen Verlauf des Rienztals, stets entlang des Bergbaches, durch hübsche Lärchenwälder, bis wir schliesslich die Strasse im Höhlensteintal (Landro) erreichten. Beim Hotel Dreizinnenblick überquerten wir die Staatsstrasse SS51. Hier begann der nächste Anstieg: Auf einem schmalen Pfad ging es durch den Wald steil hinauf zum Militärklettergarten und von dort weiter in zahlreichen Spitzkehren in Richtung Strudelkopf.

Abstieg von der Dreizinnenhütte zum Rienzboden

Schwabental / Val Rinbon

Am Rienzbach

Vogelbeere

Wiederaufstieg vom Höhlensteintal
zum Militärklettergarten

Ein besonderer Höhepunkt dieser Etappe war die nun folgende Querung ins Helltal. Der Steig ist zwar recht ausgesetzt, aber hervorragend mit Holzbrücken und Stahlseilen gesichert, sodass wir diesen Abschnitt gut meistern konnten. Im Helltal wanderten wir an alten Militärbefestigungen vorbei und stiegen weiter hinauf zum Strudelkopfsattel.

Tunnel ins Helltal

Dratseilgesicherter Steig


Immer gut aufpassen

Inzwischen setzte leichter Regen ein, zum Glück jedoch nicht allzu heftig. Dennoch verzichteten wir vorsichtshalber auf eine Mittagspause und setzten unseren Weg zügig fort. Bereits nach kurzer Zeit erreichten wir die wunderschön gelegene Plätzwiese, die für Anwohner und Hotelgäste auch mit dem Auto zugänglich ist.

Die Dürrensteinhütte hatte bereits Saisonschluss, und auch im Berggasthof Plätzwiese waren keine Betten mehr verfügbar. Daher entschieden wir uns für ein Zimmer im stilvollen Hotel Hohe Gaisl, das uns mit ¾-Pension, Sauna, Schwimmbad und einem Speisesaal aus viel altem Holz einen angenehmen Komfort bot – ein wahrer Genuss nach einem langen Wandertag.


Blick zur Plätzwiese, hinten links die Hohe Gaisl

Dürrensteinhütte, rechts davor die ehemalige Festung

Hotel Hohe Gaisl auf der Plätzwiese

Tourendaten:
Strecke 17.9 km
Aufstieg 866 Hm, Abstieg 1'272 Hm
Zeit unterwegs 6 Std. 30 Min., davon in Bewegung 5 Std. 20 Min.

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Reiseführer Via Alpina: R27 und Beginn von R28

GPS-Track:

Sonntag, 21. September 2025

Via Alpina: Moos bei Sexten - Dreizinnenhütte

Dreizinnenhütte - Ausblick vom Zimmerfenster


Unsere Anreise begann am Vortag: Mit Bahn und Bus reisten wir aus der Schweiz über Innsbruck und Arnbach ins Sextental. Die Vorfreude darauf, unser langjähriges Via-Alpina-Wanderprojekt fortzusetzen, war riesig. Die Nacht verbrachten wir im Hotel Drei Zinnen in Moos bei Sexten – einem alten, aber liebevoll gepflegten Viersternhotel, das uns mit seinem besonderen Charme beeindruckte. Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir kurz nach acht Uhr voller Energie in unseren Wandertag.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite – bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir zunächst von Moos durch den Wald hinauf zur ehemaligen Werk Haideck. Diese Festung wurde nach dem Ersten Weltkrieg abgetragen, um Baumaterial für den Wiederaufbau des beschädigten Dorfs Sexten zu gewinnen. Anschliessend führte unser Weg durch wunderschöne, lockere Lärchenwiesen ins Fischleintal, ein beliebter Ausgangspunkt für Tageswanderer, die ebenfalls den Aufstieg zu den Drei Zinnen antreten.

Blick von Moos auf die Sextner Sonnenuhr
Einserkofel links der Bildmitte

Herrliche Lärchenwiesen im Fischleintal,
im Hintergrund links der Zwölferkofel

Talschlusshütte

Um 10 Uhr erreichten wir die Talschlusshütte, die zu dieser Zeit jedoch noch im Schatten lag, weshalb wir auf eine Rast verzichteten. Die beeindruckende Szenerie der mächtigen Dolomitengipfel – Elferscharte, Einserkofel und Langlahnspitze – umrahmte das Tal und hinterliess einen bleibenden Eindruck.

Von der Talschlusshütte stieg der Weg plötzlich steiler an. Durch das Altensteiner Tal, vorbei am Wasserfall bei der Bödenalpe, ging es weiter bergauf. Nach den idyllisch gelegenen Bödenseen erreichten wir schon bald die Dreizinnenhütte (Rifugio Locatelli).

Altensteiner Tal mit Wasserfall

Einserkofel und Oberbacher Spitze

Bödensee im Toblinger Riedl

Touristen-Hotspot Dreizinnenhütte (Rifugio Locatelli)

Vor der Hütte herrschte reger Betrieb – viele Wandernde genossen das traumhafte Wetter. Auf der Terrasse gönnten wir uns ein kleines Mittagessen und liessen den herrlichen Blick auf die berühmten Drei Zinnen auf uns wirken. Anschliessend suchten wir uns einen sonnigen Platz etwas unterhalb der Hütte, wo wir uns hinsetzten und die Aussicht genossen.

Um 16 Uhr checkten wir in die voll besetzte Hütte ein. Unsere frühzeitige Reservation zahlte sich aus: Wir erhielten ein kleines Privatzimmer mit direktem Blick auf die Drei Zinnen – ein krönender Abschluss eines eindrucksvollen Tages.


Gebaut an bester Aussichtslage

Gemütlicher Nachmittag am Aussichtspunkt


Tourendaten:
Strecke 11.8 km
Aufstieg 1'088 Hm, Abstieg 35 Hm
Zeit unterwegs 4 Std. 55 Min., davon in Bewegung 3 Std. 30 Min.

Hyperlinks:
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Reiseführer Via Alpina: Zweiter Teil von R26


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