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Mittwoch, 15. August 2012

Via Alpina: Golderli - Kandersteg

Prächtiges Bergwetter erwartete uns am 15. Tag unserer Via Alpina-Fernwanderung. Die Tagesetappe führte uns von der Griesalp zum Hohtürli und zur Blüemlisalphütte, dann hinab zum märchenhaft schönen Oeschinensee und nach Kandersteg.

Beliebte Wanderung zum Hohtürli
Nach dem reichhaltigen Frühstück im Berggasthaus Golderli wanderten wir um 7.45 Uhr kurz zur Griesalp hinunter. Hier trafen wir wieder auf Rieke, der wir schon auf einer anderen Etappe begegnet waren. Auf angenehmen Wegen erreichten wir die Bundalp.

Bundalp

Von dort geht es auf einem sehr steilen Weg über eine Geröllhalde hinauf zum Hohtürli. Weil ideales Wetter herrschte, waren viele Wanderer unterwegs. Die Wanderung zur Blüemlisalphütte scheint ein viel begangener, aber konditionell anspruchsvoller Klassiker im Berner Oberland zu sein. Inzwischen waren wir so fit, dass wir trotz grossem Rucksack die meisten anderen mühelos hinter uns zurück liessen.

Aufstieg beim Schnattweng

Schliesslich erreicht man ein Felsband. Hier windet sich der Weg steil hinauf in die Lücke des Hohtürli. Stufen und Sicherungen entschärfen im oberen Teil den Aufstieg.

Wild Andrist und Hundshore

Hier trafen wir einen mutigen älteren Herren, der nach gelungenem Einbau von zwei künstlichen Hüftgelenken den Traum realisierte, die Schulreise zu wiederholen, die er einst als 16-jähriger gemacht hatte.

Gut gesicherte Kraxelstelle

Hochgebirgsstimmung bei der Blüemlisalphütte
60 m über dem Hohtürli thront die Blüemlisalphütte (2834 m), die wir um 11 Uhr erreichten. Trotz des blumigen Namens gibt es hier oben aber keine Alpenflora, sondern Fels und Gletschereis zu bestaunen. Eine Erklärung gibt die Blüemlisalpsage, wonach die einst ertragreiche Alp verflucht und von einer Stein- und Eislawine zugedeckt wurde.

Das Hohtürli

Die Blüemlisalp

Zum Greifen nah sind die Blüemlisalpgipfel Morgenhorn, Wyssi Frau und Blüemlisalphorn sowie etwas vorgelagert Wildi Frau, Stock und Rothorn. Trotz frischen Windes liessen wir es uns nicht nehmen, auf der Hüttenterrasse Suppe, Rösti und Wurst zu geniessen.

Abstieg von der Blüemlisalphütte

Zum wunderschönen Oeschinensee
Am Mittag nahmen wir den langen Abstieg zum Oeschinensee in Angriff. Inzwischen stiegen die Temperaturen in den windgeschützten tieferen Lagen stark an, und wir waren froh, dass wir nicht mehr aufsteigen mussten.

Blüemlisalpgletscher

Nach vielen Kniebrechertritten glitzerte uns der Oeschinensee in einem herrlichen türkisblau entgegen. Beim Bergbeizli Unterbärgli legten wir einen Erfrischungsstop ein, da unsere Trinkflaschen schon lange leer waren.

Der wunderschöne Oeschinensee

In schnellen Schritten folgten wir dem angenehmen Uferweg zum See, der von gewaltigen Bergabhängen und von Wasserfällen eingerahmt ist. Unterwegs trafen wir eine Frau an, die sich den Knöchel verrenkt hatte. Sie lehnte unser Hilfeangebot dankend ab und wollte den weiteren Abstieg nach einer Pause nochmals versuchen.

Erstaunlicherweise ist die Wassertemperatur trotz Gletscherwasserzufuhr ganz passabel, so dass nichts gegen ein kurzes Bad im klaren Bergwasser sprach. Danach gönnten wir uns einen Kaffee im Berghaus am Oeschinensee. Von hier aus konnten wir beobachten, wie die Frau mit dem verstauchten Knöchel von der Rega an der Seilwinde ausgeflogen wurde.


Kurzes Bad im Oeschinensee

Etappenziel Kandersteg
Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg hinunter nach Kandersteg, das wir nach 1 Std. 10 Min. erreichten. Bei unserem Einzug in dieses schöne Dorf läuteten die Glocken der Kapelle (aber vermutlich nicht extra für uns...).

Landgasthof Ruedihus in Kandersteg

Wir fanden ein gemütliches Zimmer mit Balkon im Hotel zur Post. Bei unserem Rundgang durchs Dorf trafen wir wieder auf den Mann, der am Vortag im Golderli den Kreislaufkollaps erlitten hatte. Er war wieder wohlauf und guter Dinge, wollte aber die restlichen Ferientage ruhiger angehen.

Kapelle in Kandersteg

Spaziergang durch die Blumenwiesen

Tourendaten:
Strecke 21.3 km
1402 Hm Aufstieg, 1673 Hm Abstieg
10 Std. 15 Min. unterwegs
Reiseführer Via Alpina: R69 (Rest ab Golderli), R70


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Dienstag, 14. August 2012

Via Alpina: Lauterbrunnen - Golderli

Der 14. Tag unserer Via Alpina-Fernwanderung begann mit einem typisch englischen Frühstück im Bed & Breakfast Chalet Rosa. Neben Brötchen und englischer marmelade gab es scrambled eggs. Die freundliche Gastgeberin lieh den asiatischen Touristen, die einen Ausflug auf das Jungfraujoch geplant hatten, eine warme Jacke und einen kleinen Rucksack aus. Wir studierten die Karte und planten unseren Tagesmarsch, der uns von Lauterbrunnen nach Mürren und über die Sefinenfurgge zum Golderli bei der Griesalp führte.

Von der Grütschalp nach Mürren
Wir machten es uns bequem und nahmen die Seilbahn von Lauterbrunnen hinauf zur Grütschalp. Um 9 Uhr wanderten wir die gemütliche Strecke der Eisenbahnlinie entlang nach Mürren. Uns bot sich ein prächtiger Blick auf Lauberhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau.

Mürren mit Lauberhorn und Eiger

Mürren ist eine Sonnenterrasse mit weltberühmtem Panorama. Das idyllische Dorfbild (vor allem der hintere Teil mit den alten, sonnengebräunten Holzhäusern) zieht Touristen aus aller Welt an. Nach der Talstation der Schilthornbahn führt die Via Alpina steiler bergan. Allmählich lichten sich die Reihen der Amerikaner und Japaner. Die Bergstation des Schilthorns, bekannt als Piz Gloria aus dem James Bond-Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät", war von Wolken umhüllt und zeigte sich nur kurz für eine Minute.

Steiler Aufstieg von der Spielbodenalp zum Bryndli

Von der Spielbodenalp zur Rotstockhütte
Bei der Spielbodenalp geht es in Spitzkehren steil hinauf zum Bryndli. Oben auf dem Grat angekommen, genossen wir unser Mittagessen aus dem Rucksack: Brot, Käse und frische Zwetschgen.

Tiefblick nach Gimmelwald, hinten die Jungfrau

Das berühmte Dreigestirn

Oben quert man, bei schönem Blick auf die Gebirgswelt, einen steilen Hang und gelangt zur Rotstockhütte.

Gspaltenhorn

Rotstockhütte

Über die Sefinenfurgge
Nach der Hütte beginnt der steile Aufstieg zur Sefinenfurgge. Dieser Bergübergang, den wir um 14.30 Uhr erreichten, ist ein steiler, brösliger Schiefergrat: schwarz und hoch (2612 m).

Aufstieg zur Sefinenfurgge

Bergidylle

Zum Glück ist der Abstieg in Richtung Griesalp durch Treppenstufen aus Holz massiv entschärft worden. So stiegen wir sicheren Schrittes das steile Schuttfeld hinunter.

Abstieg von der Sefinenfurgge in Richtung Griesalp

Blumenteppich

Weiter unten folgten wir dem Bach zur Alp "Obere Dürreberg". Leider war sie bei unserer Ankunft nicht bewirtet, denn unsere Getränkeflaschen waren inzwischen leer. So zogen wir weiter in Richtung Griesalp im Kiental.

Bärtige Wegelagerer

Um 17 Uhr erreichten wir die Pension Golderli, wo wir ein gemütliches Doppelzimmer reserviert hatten. Das alte Berggasthaus mit seinen knarrenden Bretterböden strahlt viel Charme aus.

Unser Abendessen (Karottensuppe, Terrine, Schweinsbraten mit Kartoffelstock, Tiramisu) wurde durch einen dramatischen Vorfall um eine Stunde unterbrochen: Ein Gast am Nebentisch erlitt einen Schwächeanfall. Er wurde durch eine zufällig anwesende holländische Krankenschwester vorbildlich betreut, bis die Ambulanz eintraf. Der Patient überstand die Sache zum Glück unbeschadet - wir sollten ihn später in Kandersteg nochmals treffen...

Berggasthaus Golderli


Tourendaten:
Strecke 24 km
1437 m Aufstieg, 1380 m Abstieg
8 Std. unterwegs
Reiseführer Via Alpina: R69 (Teil, bis Griesalp)


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