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Dienstag, 1. August 2023

Via Alpina: Tamar - Arnoldstein


Unser letzter Wandertag auf unserem diesjährigen Abschnitt der roten Via Alpina war gekommen. Die Tamar-Hütte war die erste Hütte, in der nur Barzahlung möglich ist. Für den Nachmittag waren Regen und Gewitter angekündigt, weshalb wir wieder früh aufbrachen. Eine lange Etappe stand uns bevor, zum Glück in unschwierigem Gelände. Zuerst wanderten wir von Tamar durch den Wald gemütlich hinunter ins Planica-Tal. Bei den weltberühmten Sprungschanzen konnten wir die Skispringer beim Sommertraining beobachten. 

Gemütlicher Abstieg von Tamar ins Planica-Tal

Sommertraining bei den Sprungschanzen von Planica

Etwas später, kurz vor Rateče, gab es Unklarheiten bei der Wegführung. Die in der Wegbeschreibung angegebene Strecke war mit Schlagbaum gesperrt und mit «privat» gekennzeichnet, während der offiziell beschilderte Wanderweg auf dem Radweg der Überlandstrasse entlangführt. Wir entschieden uns für den Mittelweg auf einem Forststrässchen – eine gute Wahl. Am Ende des Wäldchens gelangten wir auf den Spazier- und Radweg, der auf der Trasse der 1967 – 1969 stillgelegten Kronprinz-Rudolf-Bahn in Richtung Mojstrana führt. Wir folgten dem Weg bis zum Dorf Podkoren (Wurzen), dem Nachbardorf des Skiorts Kranjska Gora. In Podkoren gibt es mehrere Pensionen mit Zimmervermietung. 

Landwirtschaftsgebiet zwischen Rateče und Podkoren

Bei Podkoren zweigt der Weg zum Wurzenpass ab,
der über die Karawanken führt

Unser Wetterradar zeigte an, das die erste Gewitterfront uns verfehlen würde, nicht aber die Ausläufer mit Regen. Wir gingen also sofort weiter Richtung Wurzenpass. Etwas oberhalb des Dorfes waren Holzfällerarbeiten im Gang, deshalb mussten wir leicht ausweichen und einen kleinen Sportplatz umrunden. Nach einem kurzen Waldstück folgte ein Weideweg, wo schliesslich der Regen einsetzte. Das alte Spiel mit Regenkleidung anziehen und wieder ausziehen begann. Als es stark zu regnen begann, suchten wir kurz Unterschlupf unter den Bäumen.

Der Regen setzt ein

Nach einiger Zeit kamen wir wieder an die Wurzenpassstrasse und mussten dieser folgen, was ziemlich unangenehm war, da es keinen Gehsteig gibt. Beim Zollamt der Passhöhe, welche geografisch bereits in den Karawanken liegt, erreichten wir Kärnten in Österreich. Das hübsche kleine Gasthaus gleich nach der Grenze liessen wir aus, um keine Zeit zu verlieren, und wanderten bei Regen hinauf zum Dreiländereck (Österreich, Italien und Slowenien). Im Bergrestaurant Dreiländereck gleich bei der Sesselliftstation machten wir Mittagspause und trockneten unsere Kleider. 

Am Wurzenpass erreichen wir Kärnten / Österreich

Aufstieg vom Wurzenpass zum Dreiländereck

Auch hier Sturmschäden

Blick von der Seltschacher Alm ins untere Gailtal

Nach dem Essen passierten wir auch die Dreiländereck-Hütte, ein hübsches Almrestaurant. Dort zweigten wir im Hinblick auf unsere Heimreise von der offiziellen Via-Alpina-Route ab und begannen unseren Abstieg nach Seltschach. Wir folgten der Fortstrasse und liessen die verschiedenen Abkürzungsmöglichkeiten auf steilen Fusspfaden nässebedingt aus. Als wir im Tal die Ortschaft Seltschach erreichten, zogen wieder düstere Wolken auf. Wir erhöhten das Tempo, als wir von fern das erste Donnergrollen hörten, umrundeten den Hügel und gelangten auf einem steilen Strässchen hinunter nach Arnoldstein, die grosse Klosterruine im Blick. Als wir unsere Unterkunft, das komfortable Hotel Wallner erreichten, zogen sich schwere Gewitterwolken zusammen, und fünf Minuten später entlud sich das Gewitter. Gerade noch geschafft! 

Dreiländereck

Abstieg auf der Forststrasse nach Seltschach

Klosterruine Arnoldstein

Im gemütlichen Zimmer freuten wir uns, dass wir die schöne Wanderung von Muggia nach Arnoldstein geschafft hatten. Keine Blasen an den Füssen, nur eine Schnittverletzung an der Augenbraue trübte die Bilanz ein wenig. Slowenien war eine Wundertüte für uns, und alles war schöner und einfacher, als wir es uns vorgestellt hatten. Ein Land mit schönen Bergen und Flüssen und sehr netten Menschen.

Kurz vor dem schweren Gewitter erreichen wir unsere letzte
Unterkunft auf der Route, das Hotel Wallner in Arnoldstein

Unser Via-Alpina-Abenteuer 2023 war zu Ende, doch unsere Reise ging anschliessend noch weiter. Am Mittwoch nahmen wir den Zug nach Villach, wo wir ungeplant in den absolut sehenswerten Villacher Kirchtag gerieten (der Name trügt, der Kirchtag dauert acht Tage). Am Donnerstag reisten wir von Villach mit der Bahn wieder zurück nach Hause.

Tourendaten:
Strecke 29.1 km
Aufstieg 812 Hm, Abstieg 1353 Hm
Zeit unterwegs 9 Std. 40 Min., davon in Bewegung 6 Std. 45 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: Variante von R15


GPS-Track:

Montag, 31. Juli 2023

Via Alpina: Vršič - Tamar


In der Poštarski-Hütte wurde ein grosses Frühstücksbuffet mit allem Drum und Dran angeboten. Von der Hütte ging es zuerst wieder hinunter zur Vršič-Passhöhe. Danach schwenkten wir links auf einen Pfad ein, auf dem sehr viele Wanderer aus unterschiedlichsten Ländern unterwegs waren. Der schöne Weg war gesäumt von prächtigen Alpenblumen. Allmählich stieg der Pfad steiler an, und schliesslich erreichten wir die Abzweigung zum Aussichtsberg Sleme. Den optionalen Aufstieg zur Slemenova Špica nahmen wir gerne auf uns, da das Wetter immer noch recht gut war. Der Gipfel bietet einen schönen Blick auf die umliegenden Berge und ins Planica-Tal. Wir picknickten auf einem umgestürzten Baumstamm und genossen die Aussicht. 

Morgenidylle bei der Hütte Poštarski Dom na Vršiču

Vom Vršič-Pass nach Vratca


In westlicher Richtung nach Slatnica

Blütenmeer


Aussicht von der Slemenova-Spitze


Anschliessend wanderten wir wieder talwärts. Der Pfad war recht steil und immer noch feucht vom Regen der letzten Nacht. Etwas später kamen wir in steinigeres Gelände mit Kies und Geröll auf dem Weg. Wir konnten ein grosses Rudel Gämse beobachten, das sich auf einem Geröllfeld tummelte. Das grosse Finale bildete eine enge und steile Schlucht, die zwar nicht gefährlich, aber schwierig zu begehen war, da der Weg bei jedem Unwetter wieder abrutscht. Wir mussten uns öfters an den Felsblöcken halten.


Ein Rudel Gämsen am Fuss der Mala Mojstrovka

Akelei

Ruppiger Abstieg entlang des
steilen Bachbetts nach Tamar

Erfrischendes Fussbad

Tamar, der obere Teil des Planica-Tals

Als wir diese Passage überwunden hatten, fanden wir uns in einer Bilderbuchlandschaft im Stil der Rocky Mountains wieder. Ein Tal mit lockeren Baumbeständen, einem Wasserfall, vielen Alpenblumen, umgeben von wilden Bergen. Staunend und schwärmend erreichten wir die von vielen Ausflüglern besuchte Tamar-Hütte, die an besonders schöner Lage am Rand einer grossen Lichtung im hinteren Planica-Tal erbaut worden war. 

Alpenveilchen

Gut besuchte Unterkunft im Talschluss: Berghütte Tamar

Nach einem Mittagessen mit deftigen slowenischen Köstlichkeiten verstauten wir unsere Rücksäcke im Doppelzimmer und wanderten im prächtigen Sonnenschein zur nahegelegenen Kapelle und zum Nadiža-Wasserfall. Der Bach fliesst bis zum Ende des Tals und versickert dort im Boden. Nach anderthalb Jahren im Untergrund taucht das Wasser wieder auf als Quelle der Sava Dolinka, einem der zwei Quellflüsse der Sava, dem grössten slowenischen Fluss.

Liebliche Alpweiden bei der Hütte


Tourendaten:
Strecke 8.7 km
Aufstieg 410 Hm, Abstieg 987 Hm
Zeit unterwegs 4 Std. 55 Min., davon in Bewegung 2 Std. 55 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: Rest von R14


GPS-Track: