Samstag, 11. August 2012

Via Alpina: Engstlenalp - Meiringen

Schweren Herzens verliessen wir am 11. Tag unseres Via Alpina-Weitwanderprojekts um 8.00 Uhr die wunderschöne Engstlenalp in Richtung Meiringen. Der strahlend blaue Himmel bezauberte uns im Nu und machte den Tag zum Erlebnis.

Pittoreske Hochebene von Tannen
Von der Engstlenalp führt ein Pfad dem Berghang entlang hinauf zur Tannalp und zum malerischen Tannensee. Hier trafen wir Rieke, eine Via Alpina-Wanderin, die ebenfalls auf der grünen Route unterwegs war. Wir sollten ihr einige Tage später nochmals begegnen.

Aufsteig von der Engstlenalp zur Hochebene von Tannen
Schattenspiele

An einem prächtig geschmückten Hof beim Tannensee stellte ein Älpler seine Käselaibe zum Verkauf aus und plauderte vergnügt mit den Passanten. Am Mittag gebe es Raclette, meinte er, wir sollen doch wieder vorbeikommen. Leider sahen unsere Pläne anders aus.

Die Tannalp

Morgenstimmung am Tannensee

Übers Balmeregghorn nach Planplatten
Vom Tannensee führt der Weg immer dem Berggrat entlang hinauf zum Balmeregghorn (2255 m). Was für ein prächtiges Panorama: Hinter uns der Titlis, links der Triftgletscher, auf der rechten Seite die Melchsee-Frutt mit dem markanten Hotelneubau, und vor uns die Wetterhorngruppe. Wir gerieten ob der malerischen Landschaft völlig ins Schwärmen.

Melchsee-Frutt

Vom Balmeregghorn führt der Weg einem Steilhang entlang zur Skiliftstation Planplatten. An dieser Seilbahnstation, die bequem von Meiringen aus erreicht werden kann, und an der Tatsache, dass es Samstag war, lag es wohl, dass wir heute erstmals ausserordentlich viele andere Wanderer antrafen. Auf der bisherigen Route waren wir eher einsam unterwegs. Auf der Restaurantterrasse gönnten wir uns Spaghetti und Salat.

Ausblick von Planplatten ins Rosenlauigebiet und zur Wetterhorngruppe

Kurz nach dem Restaurant erreicht man den Aussichtspunkt, der einen prächtigen Ausblick zur Wetterhorngruppe, den Engelshörnern, zur Blüemlisalp, dem Finsteraarhorn und dem Gauligletscher bietet. Die Stelle ist beliebter Startplatz für Gleitschirmpiloten - an diesem Tag waren sie zu Dutzenden in der Luft.

Steiler Abstieg nach Meiringen
Über Gummen geht es steil abwärts, vorbei an schönen Alphütten und Ställen. Der Weg führt weiter durch den Wald, entlang dem "Muggenstutz"-Kinderthemenweg hinunter nach Oberegg und Reuti. Dann fürht er im Zickzack durch den Wald hinunter nach Meiringen im Berner Oberland.

Meiringen

Um 16.30 Uhr checkten wir ein ins komfortable, zentral gelegene Hotel Meiringen. Nach einem ausgiebigen Rundgang durchs Dorf, vorbei am Sherlock Holmes-Museum, kehrten wir zum Hotel zurück und nahmen unser Nachtessen in der hauseigenen Pizzeria ein.


Tourendaten:
Strecke 24 km
9.5 Std unterwegs
Reiseführer Via Alpina: R66


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Freitag, 10. August 2012

Via Alpina: Stäfeli - Engstlenalp

Auch am Tag 10 unseres Via Alpina-Weitwanderprojekts auf dem grünen Weg lachte wieder die Sonne. Wir frühstückten schon um 7 Uhr im Stäfeli und machten uns um 7.45 Uhr auf den Weg nach Engelberg.

Hinab ins schöne Engelberg
Ein wunderschöner Spazierweg führt dem Bach und den Alpwiesen entlang nach Engelberg. Da ich beim Ausziehen meiner Jacke mein GPS-Gerät verloren hatte und dies erst bei der Talstation der Führenalpbahn bemerkte, musste ich eine 30-minütige Zusatzschlaufe einlegen - allerdings ohne Rucksack. Zum Glück fand ich das Gerät dort, wo ich es vermutet hatte.

Kloster Engelberg

Wir erreichten Engelberg mit seiner imposanten Klosteranlage in prächtiger alpiner Kulisse um 10.20 Uhr. Während es bisher auf der Via Alpina eher einsam zu und her ging, spürte man hier verstärkt den Tourismus. Nach einem kurzen Einkauf und einer Kaffeepause nahmen wir um 11.30 Uhr den Weg nach Gerschni in Angriff.

Engelberg

Aufsteig zum Trübsee und Jochpass
Der Weg führt zuerst durch den Wald hinauf, dann am schönen Alprestaurant vorbei. Wir setzten uns in die schöne Alpwiese ob Gerschni und genossen die leckeren, gut gefüllten Sandwiches, die wir in der Bäckerei in Engelberg gekauft hatten.

Am Trübsee

Der Weg führt unter der Gondelbahn steil hinauf zum Trübsee. Diese Zwischenstation der Titlisbahn wäre zwar sehr idyllisch, ist aber leider recht überlaufen und von Skiliftmasten gezeichnet. Nach einem kurzen Fussbad im See stiegen wir deshalb auf zum Jochpass. Hier oben herrschte wieder das übliche Spiel: In den hohen Lagen wolkt alles zu, nur ab und zu dringt die Sonne durch.

Beim Jochpass

Auch am Jochpass hat es eine Sesselliftstation, sehr beliebt bei den Downhill-Mountainbikern. Nach einem Erfrischungsgetränk im Berghaus stiegen wir zur Engstlenalp ab.

Wer will hier durch?

Idyllische Engstlenalp
Beim Engstlensee schien wieder die Sonne. Der tiefblaue See lächelte uns entgegen, so dass Susanne es kaum erwarten konnte, ein erfrischendes Bad mit Blick auf Titlis und Co. zu nehmen.

Der malerische Engstlensee

Das historische Hotel Engstlenalp, eines der Highlights unserer Reise, erreichten wir um 17.30 Uhr. Wir hatten ein Nostalgiezimmer reserviert. Wir tranken ein Bier auf der Terrasse, genossen die angenehme Abendsonne und studierten die Karten zu unseren nächsten Etappen.

Das historische Hotel Engstlenalp

Das ausgezeichnete Abendessen genossen wir im schmucken Speisesaal des Hotels. Kurzum: Das Hotel ist ein echter Geheimtipp für alle Ruhesuchenden und Nostalgiker.


Tourendaten:
Strecke 24 km
9 Std 45 Min unterwegs
1220 Hm Aufstieg, 795 Hm Abstieg
Reiseführer Via Alpina: R64 (Rest ab Stäfeli) und R65


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Donnerstag, 9. August 2012

Via Alpina: Ratzi - Stäfeli

Der 9. Tag unseres  Via Alpina-Weitwanderprojekts begrüsste uns mit wolkenlosem Himmel und bescherte uns einen bezaubernden Ausblick von Ratzi auf die gegenüberliegende Talseite. Wir hatten uns entschlossen, auf der Tagesetappe - zum ersten Mal auf unserer Wanderung auf dem grünen Weg - die Unterstützung von zwei Seilbahnen in Anspruch zu nehmen, um unsere Knie etwas zu schonen und die Zeit wettzumachen, die wir in Elm wetterbedingt verloren hatten.

In Tells Heimat
Um 7.50 Uhr fuhren wir mit der kleinen Seilbahn von Ratzi hinunter nach Spiringen, einem sehr lieblichen Dorf mit markanter Kirche. Unten folgtem wir dem Bachweg und wanderten angenehm, zeitweise durch den Wald und vorbei an schönen Sommerfliedergehölzen nach Bürglen.

Die Kirche in Bürglen UR

Wir waren beeindruckt von den vielen schönen alten Hausern und Kapellen. Ein Dorf wie aus dem Bilderbuch. Wilhelm Tell ist hier allgegenwärtig, denn Bürglen gilt als Heimat des Schweizer Nationalhelden. An Stelle seines angeblichen Wohnhauses steht heute die Tellskapelle.

Gasthaus zum Adler in Bürglen UR

Von Altdorf zum Surenenpass
Entlang des Tell-Lehrpfads marschierten wir nach Altdorf, dem Hauptort des Kantons Uri, wo wir um 10 Uhr eintrafen. Nachdem wir neue Vorräte eingekauft und das Telldenkmal besucht hatten, gönnten wir uns Kaffee und Nussgipfel im Café Central.

Telldenkmal in Altdorf
Eine Stunde später machten wir uns nach Attinghausen auf und erreichten kurz vor Mittag die kleine Seilbahn nach Brüsti. Die freundliche Angestellte liesse die Bahn extra für uns laufen, denn nach regulärem Fahrplan fährt die letzte Bahn vor der Mittagspause um 11.45 Uhr. So konnten wir uns den steilen Aufstieg in der Mittagshitze ersparen und gleichzeitig wieder Zeit auf den Marschplan gutmachen.

In Brüsti gibt es viele bezaubernde Picknikplätze, und Beerensammler erfreuen sich der vielen Heidelbeerstauden. Wir assen etwas weiter oberhalb zu Mittag: Brot, Birnen und Käse. Entlang den Bergen zogen immer mehr Wolken auf, die uns leider der schönen Aussicht beraubten, während es im Tal noch sonnig und heiss war.

Gratweg zum Angistock

Unser Weg folgte dem Grat über den Angistock zum Surenenpass. Zwischendurch gönnten uns die Wolken gnädigerweise einen kurzen Tiefblick zum Urnersee. Kurz vor der Passhöhe kamen wir an ein Schneefeld namens "Langschnee", das schwierig zu überqueren war. Dank gutem Schuhwerk und Wanderstöcken konnten wir die heiklen Stellen umgehen. Mehr Mühe, den optimalen Weg zu finden, hatte ein entgegenkommender furchtloser Mountainbiker.

Mountainbiker beim Langschnee (Nomen est Omen)

Surenenpass
Wolkenspiele beim Surenenpass
Um 15 Uhr erreichten wir den Surenenpass (2291 m). Auf der Passhöhe war es windig, und die Szenerie wurde von Minute zu Minute durch rasend schnell dahingespülte Wolkenfetzen verändert.
Der Blackenstock

Der Titlis, wolkenverhüllt

Beim Abstieg die Surenen hinunter, vorbei an der Blackenalp samt Alpwirtschaft und Kapelle, folgten wir mehr oder weniger dem schönen Stierenbach. Zeitweise gaben die Wolken den Blick auf den nahen Titlis frei.

Neugieriges Murmeltier

Mystische Stimmung bei der Blackenalp

Das Stäfeli ob Engelberg
Um 17 Uhr erreichten wir die Stäfelialp, unser Tagesziel. Wir hatten sogar ein kleines Zimmer im Lager für uns allein. Die Unterkunft ist einfach und riecht ein wenig nach Kuhstall, ist aber äusserst liebevoll eingerichtet. Nach einer Wäsche am Trog nahmen wir den Apéro auf der Terrasse des Gasthauses ein und bewunderten die zehn Wasserfälle und den Anblick von Spannort und Titlis. Ein grosser Felsbrocken, der zwei Wochen zuvor von einer gegenüberliegenden Felswand abgebrochen und zum Bach gedonnert war, erregte die allgemeine Aufmerksamkeit.

Berggasthaus Stäfeli

Nach dem stärkenden Nachtessen gönnte sich Susanne als Dessert die lokale Spezialität: Lebkuchen mit Schlagrahm. Dazu lasen wir die schaurige Sage vom Greis von Surenen, die zur Lektüre auflag.


Tourendaten:
Strecke 25 km
9 Std. unterwegs
ca. 800 Hm Aufsteig (exkl. Seilbahn)
ca. 1350 Hm Absteig (exkl. Seilbahn)
Reiseführer Via Alpina: R63 (Rest, ab Spiringen) und R64 (Teilstrecke bis zum Stäfeli)


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Mittwoch, 8. August 2012

Via Alpina: Braunwald - Ratzi

Am 8. Tag unseres Via Alpina-Weitwanderprojekts frühstückten wir bereits um 7 Uhr und machten uns kurz vor 8 Uhr auf den Weg. Die Wolken hatten sich aufgelöst, und wir freuten uns auf eine sonnige Wanderung über den Klausenpass. Zum Abschied zeigte sich Braunwald von seiner besten Seite.

Braunwald mit Eggstöcken

Übers Nussbüel
Auf zauberhaft schönen Wegen führte uns die leichte Höhenwanderung durch eine prächtige Landschaft. Die berühmten Glarner Berge, Tödi, Selbsanft, Bifertenstock und Clariden bilden die spektakuläre Kulisse.

Selbsanft und Bifertenstock

Schweren Herzens ignorierten wir das schöne Panorama-Bergrestaurant Nussbüel mit der gemütlichen Aussichtsterrasse und wanderten weiter unter dem Rietstöckli vorbei nach Südwesten. Der Weg wird schmaler und stellenweise feucht. Durch Wälder und Alpwiesen führt er langsam abwärts zum Urnerboden.

Clariden und Klausenpass

Urnerboden - grösste Alp der Schweiz
Der Urnerboden ist ein rund 8 km langes Hochtal, eingekesselt von vielen Dreitausendern. Der Wanderweg führt dem romantischen Fätschbach entlang. Viele Autofahrer, die über den Klausenpass fahren, suchen sich hier am Bach eine schöne Stelle für ein gemütliches Picknik. Auch wir genossen Hirschsalsitz, Käse und Brot am Bachufer.

Wanderidylle am Fätschbach

Über den Klausenpass
Von der schönen Siedlung Urnerboden stiegen wir in der Mittagshitze steil hinauf zum Klausenpass (1952 m). Stellenweise muss hier die Passstrasse überquert werden. Da unsere Wasservorräte bei den hohen Temperaturen schnell zur Neige gegangen waren, gönnten wir uns im Restaurant auf der Passhöhe eine kühle Erfrischung.

Blick zurück vom Klausenpass zum Urnerboden

Zu unserer Überraschung blühten hier oben immer noch die Alpenrosen - im August!

Bei der Klausenpasshöhe

Da wir uns noch fit fühlten, beschlossen wir, nicht auf der Klausenpasshöhe zu übernachten, sondern weiter in Richtung Spiringen zu wandern. Zuerst führte uns der Weg auf sumpfigen Kuhpfaden abwärts, dann entfernten wir uns von der Passstrasse und gelangt auf dem Schächentaler Höhenweg nach Heidmanegg. Auch hier wären wir gerne im schmucken Alpbeizli eingekehrt, doch wir mussten uns beeilen, da wir noch eine Unterkunft finden wollten.

Chammliberg und Schärhorn

Lohnender Umweg nach Ratzi
Während die offizielle Via Alpina-Route beim Heger Wald abzweigt und nach Urigen hinunter führt, blieben wir auf dem Höhenweg und wanderten weiter zum Berghaus Ratzi oberhalb von Spiringen, das wir um 18 Uhr müde und mit schmerzenden Füssen erreichten. Am nächsten Tag würden wir uns ein Zückerchen gönnen und mit der Seilbahn ins Schächental hinunter fahren.

Das Berggasthaus Ratzi am Schächentaler Höhenweg

Das köstliche Abendessen wurde auf der Terrasse serviert. Wir genossen den schönen Panoramablick auf die gegenüberliegende Bergkette und plauderten mit unseren netten Tischnachbarn.


Tourendaten:
Strecke 33 km
10 Std. unterwegs
Reiseführer Via Alpina: R62 (Rest) und R63 (Variante auf dem Schächentaler Höhenweg zum Berghaus Ratzi)


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Dienstag, 7. August 2012

Via Alpina: Obererbs - Braunwald

Am Tag 7 unseres Via Alpina Weitwanderprojekts kehrte die Sonne zurück. Wir verabschiedeten uns um 7.50 Uhr von den freundlichen Wirtsleuten und brachen zum Richetlipass auf. Vom Talabschluss her grüsste uns der mächtige Hausstock, unverkennbar mit dem hellen Felsband, das sich zur Nummer 3 gefaltet hat. Leider hüllte sich der Gipfel noch in Wolken.

Der Hausstock, von Wolken umhüllt
In der Glarner Hauptüberschiebung
Auf feuchten Kuhwegen wanderten wir durch Blumenwiesen am Erbser Stock vorbei zur Wichlenmatt. In diesem wunderschönen sumpfigen Kessel hat man einen guten Blick zum Freiberg Kärpf. Hier befindet sich das älteste Wildschutzgebiet Europas; es wurde 1548 eingerichtet.

Blumenwiese mit Mond

Die Glarner Hauptüberschiebung, entstanden durch eine plattentektonische Verschiebung älterer rötlicher Verrucanogesteinsschichten auf jüngeren schiefrigen Flysch, ist hier überall gut sichtbar. Das Geotop wurde als "Tektonikarena Sardona" 2008 ins UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen.

Der Kärpf, gut sichtbar die Glarner Hauptüberschiebung

An der einsamen Alp vorbei führte unser Weg wieder aufwärts zum Richetlipass. Eine grosse Schafherde graste genüsslich und beobachtete uns misstrauisch. Wir erreichten den Passübergang nach zwei Stunden Wanderzeit.

Die Wichlenmatt, hinten der Richetlipass

Schafe beim Richetlipass

Abstieg nach Linthal
Da in der vergangenen Nacht viel Regen gefallen war, wurde der Abstieg auf den steilen, rutschigen Wiesenwegen hinunter ins Durchnachtal zum anstrengenden Unterfangen - Schlammpackung garantiert... Unterwegs konnten wir von fern einen Steinbock beobachten.

Nach einer Mittagsrast unten am Bach, mit schöner Aussicht zurück auf die mächtigen Felswände des Hausstocks, wanderten wir weiter Richtung Linthal. Zuerst mussten wir einen kleinen Umweg machen, da ein mächtiger Stier eine Wiese beanspruchte, durch die der Wanderweg führt.

Der Weg führt zuerst sanft auf einem Gütersträsschen dem Durnachtal entlang abwärts. Der Anblick einer Schlange am Wegrand gemahnte uns aufzupassen, wohin man tritt. Weiter unten führt der Bachweg steil, aber angenehm schattig durch moosbewachsene Stellen nach Linthal. Es war inzwischen sonnig und heiss. Wir gönnten uns im Restaurant Adler in Linthal etwas zu trinken und kamen ins Gespräch mit einem Kanadier, der ebenfalls auf der Via Alpina unterwegs war. Wir hatten in bereits im Weisstannental gesehen, wegen des Regens hatte er jedoch teilweise ein Alternativprogramm gewählt.

Am Durnagelbach, Blick zurück zum Hausstock

Steil hinauf nach Braunwald
Von Linthal führt der Weg steil, aber zum Glück schattig im Zickzack nach Braunwald. Wer auf diesen Aufstieg vermeiden möchte, könnte auch die Standseilbahn nehmen.

Wir checkten ins Low-Budget-Hotel Adrenalin ein, der günstigsten Übernachtungsmöglichkeit im Dorf. Ein ziemlich alter Kasten - unser Badezimmer war nicht mehr zeitgemäss und ewig feucht.

Inzwischen war leider wieder Bewölkung aufgezogen. Wir wuschen unsere Sachen, machten einen Rundgang durch das Dorf, das uns ziemlich ausgestorben vorkam, und kauften Lebensmittel ein. Nach dem Nachtessen im Hotel legten wir uns früh schlafen, um für den nächsten, konditionell anspruchsvollen Wandertag gerüstet zu sein.


Tourendaten:
19 km Strecke
1988 m Aufstieg, 1610 m Abstieg
9 Std. 10 Min. unterwegs (6 Std. 40 Min. reine Wanderzeit)
Reiseführer Via Alpina: R61 (Rest) und R62 (Teil)

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Montag, 6. August 2012

Via Alpina: Elm - Obererbs

Am 6. Tag unseres Via Alpina Projekts fühlten wir uns schon wie erfahrene Weitwanderer. Wir genossen das reichhaltige Frühstück im Hotel Elmer und bemerkten leider erst jetzt, das das Hotel einen Whirlpool bieten würde - eine verpasste Gelegenheit.

Die Heuersiedlung Hengstboden
Die Senoirchefin des Hotels anerbot sich, uns mit dem Auto ein Stück hinauf zu fahren. Wir lehnten dankend ab, unser sportlicher Ehrgeiz liess das nicht zu.

Der Wetterbericht hatte noch bis Mittag wechselhaftes Wetter vorausgesagt und für den Nachmittag schwere Regenfälle. Nach den Erfahrungen vom Vortag entschlossen wir uns, die Tagesetappe zu verkürzen und nur bis Obererbs zu wandern. Dort würden wir "abwettern" und die Nacht verbringen.

Bei der Heuersiedlung Hengstboden

Nachdem wir unsere Rucksack-Vorräte wieder aufgefüllt hatten, marschierten wir um 9.20 Uhr los. Der Weg führte uns an der Kirche vorbei, dort westwärts durch Wald- und Wiesenwege und Pfade hinauf zur Skiliftstation Ampächli. Bei der kurzen Pause auf der Terrasse des Selbstbedienungsrestaurants schauten wir Kindern beim Trampolinspringen zu. Danach folgten wir dem wunderschönen Höhenweg zum Hengstboden.

Blick vom Hengstboden zurück Richtung Foopass

Die alten Heuställe ("Ghaltigen" genannt) und die prächtigen Blumenwiesen boten einen lieblichen Anblick. Ein Mix aus Sonne und Regenspritzern begleitete uns durch die Bischofalp bis Obererbs.

Die Alp Obererbs mit Skihütte

Lesenachmittag in der Skihütte Obererbs
Wir erreichten unser Etappenziel, die gemütliche Skihütte Obererbs, um 12.30 Uhr. Die Hüttenwartin Doris Wissmann war gerade dabei, die Kuchenvorräte wieder aufzufüllen. So erwartete uns der verführerische Duft von mehreren frisch gebackenen Kuchen - wer kann da noch widerstehen?

Kuchen steht bereit, Regen kann kommen

Wir verbrachten den verregenten Nachmittag mit Lektüre bei Kaffe und Kuchen. Zwar trudelten noch einige wenige Gäste ein, doch wir waren die einzigen, die übernachteten. Nach einem guten hausgemachten Nachtessen und einem Schwatz mit dem Hüttenwart-Ehepaar legten wir uns wieder früh schlafen.


Tourendaten:
Wanderzeit 3 Std. 10 Min.
Aufstieg 713 Hm
Reiseführer Via Alpina: R61 (Teil)

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Sonntag, 5. August 2012

Via Alpina: Vorsiez - Elm

Tag 5 unseres Via Alpina-Weitwanderprojekts. Die Gewitterwolken der letzten Nacht hatten sich grösstenteils verflüchtigt. Gerne hätten wir den Sonntag mit dem Älplerbrunch zelebriert, der auf der Alp Siez im Juli und August sonntags viele Wanderer ins Weisstannental lockt. Doch in unserem Zeitplan war nicht genug Platz, also begnügten wir uns mit dem normalen Frühstück samt Alpkäse und selbstgemachtem Joghurt.

Aufstieg zur Alp Foo
Um 8.30 Uhr brachen wir auf. Da die Wege vom nächtlichen Regen noch nass und schlüpfrig waren, folgten wir statt dem Wanderweg der asphaltierten Fahrstrasse nach Untersäss.

Nasse Strasse bei der Alp Siez

Danach folgte ein sehr schöner Aufsteig dem felsigen Bachtobel entlang. Über Schieferkies ging es auf einem guten Weg an kleinen Wasserfällen vorbei hinauf zur Alp Foo.

Aufstieg vom Walabütz zur Alp Foo

Bachidylle an der Seez

Foopass: Übergang ins Glarnerland
Auf den von Kühen zertrampelten und gut gedüngten Wegen ging es dem Heiteli entlang weiter zum Foopass, den wir um 11.30 Uhr erreichten. Kurz vor der Passhöhe setzte plötzlich Regen und Wind ein, was uns etwas enttäuschte, denn wir hatten uns auf die schöne Aussicht gefreut. Doch die Berge waren wolkenverhangen. Wir witzelten darüber, dass wir wohl einen "Fauxpas" begangen hätten.

Beim Heiteli in Richtung Foopass

Nach dem Passübergang zeigte sich wieder die Sonne, und die Sicht auf die Glarner Alpen tat sich auf. Wir genossen das eindrückliche Panorama und stiegen auf steilen Wiesenwegen zum Raminer Matt ab. Auch die Tierwelt präsentierte sich: Murmeltiere warnten mit schrillen Pfiffen, schwarze Alpensalamander querten träge den Wanderweg.

Blick vom Foopass auf die Glarner Alpen
Unterhalb der Alp rasteten wir und genossen unser kleines Mittagessen aus dem Rucksack. Leider zog wieder Bewölkung auf, so dass wir uns schnell an den Abstieg nach Elm machten. Schon kurz nach dem Mittleren Stafel gerieten wir in ein schweres Gewitter, teilweise mit starkem Regen. Nebelartige Wolkenfetzen verhüllten die Sicht und machten es schwierig, die Blitze zu lokalisieren. Unheimlich!

Das liebliche Elm

Elm: Bilderbuchdorf mit bewegter Geschichte
Um 15.30 Uhr trafen wir in Elm ein. Das wunderschöne Dorf präsentierte sich von seiner besten Seite: Die dunklen Wolken machten einem blauen Himmel Platz, die Sonne schien und die saftigen Wiesen leuchteten hellgrün.

Kirche mit dem Martinsloch (links in der Felswand)

Wir bezogen unser Zimmer im Hotel Elmer und hängten sogleich unsere nassen Kleider zum Trocknen auf. Danach bestaunten wir auf einem Dorfrundgang die schönen historischen Häuser und den Blick zum Martinsloch. Jeweils an wenigen Tagen im Frühling und im Herbst beleuchtet die Sonne durch diesen Felsdurchbruch in den Tschingelhörnern die Kirche von Elm.

Das Suworow-Haus, Baujahr 1748

Elm musste 1881 sein eigenes "9/11" erleben. Am 11. September 1881 verschüttete der Bergsturz von Elm in drei Etappen grosse Teile des Dorfes. Ursache war der starke und bergmännisch unsachgemässe Schieferabbau, der damals wichtigste Einnahmequelle des Bergdorfes war. In der Novelle "Die Steinflut" beschreibt Franz Hohler eindrücklich die schicksalshaften Tage der Elmer aus der Perspektive eines siebenjährigen Mädchens.


Tourendaten:
20,7 km Strecke
7 Std unterwegs, davon 5,5 Std reine Wanderzeit.
Reiseführer Via Alpina: R60 (Rest)

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