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Samstag, 12. August 2017

Via Alpina: Valgrisenche / Bonne - Refuge de l'Archeboc

Endlich lag wieder ein Tag mit Prachtswetter vor uns. Unser Ziel war die Überquerung der italienisch-französischen Staatsgrenze vom Aostatal in die Tarentaise. In hohen Lagen hatte es am Vortag geschneit, was die Wanderung spannend machte.

Beauregard-Stausee: Die obersten 50 m der Dammkrone wurden
aus Sicherheitsgründen weggesprengt
Der freundliche Wirt des Hotel Perret in Bonne (Valgrisenche) verabschiedete sich herzlich von uns. Anstatt wieder hinunter in den Hauptort des Tales zu gehen, entschieden wir uns für den direkten Weg von unserem Standort aus. Wir folgten ein wenig der Bergstrasse und bogen dann hoch über dem Beauregard-Stausee in den Wanderweg ein, der in Richtung Arp Vieille und Rifugio dei Angeli führt. Der Weg kreuzt das Fahrsträsschen nach Meillares mehrfach und zweigt dann beim Weiler nach links ab. Hier gelangten wir wieder auf die offizielle Route der Via Alpina.

Im Hintergrund die Grande Sassière

Pause an der wärmenden Sonne

Prächtiges Wanderwetter
Der Aufstieg war herrlich, überall violette Blumen, dahinter überzuckerte Berge und Gletscher. Fotowetter eben. An verfallenen Ställen und Häusern vorbei führte der Weg in angenehmer Steigung zum San-Grato-See. Der eiskalte Wind zwang uns schliesslich, die Jacken an- und die Kapuzen überzuziehen.

Eisiger Wind beim Aufstieg zum Lago di San Grato

Am Lago di San Grato, hinten Becca du Lac und Rutor
Am Mittag erreichten wir den San-Grato-See, der an dem Tag sehr gut besucht war, und machten Pause. Der Blick auf die Becca du Lac und Testa de Rutor war beeindruckend.  Nach der Mittagsrast wanderten wir auf der anderen Talseite abwärts bis zur Abzweigung zum Col du Mont.

Blick zurück zum Rutor

Aufstieg zum Col du Mont
Der Pfad zum Col du Mont führte steil hinauf. Wir zogen unsere Regenhosen als Windschutz über und plauderten mit einer netten Engländerin. Sie wartete bei einem eingestürzten Haus auf Ehemann und Sohn, welche den Übergang inspizieren wollten. Über schmelzwassergefüllte Wege und über das leicht verschneite Geröll stiegen wir danach auf zum Sattel. Dort oben hing eine Wolke fest, und auf der französischen Seite war das Wetter lange nicht so schön wie im Aostatal.

Schneestapfen am Col du Mont

Ausblick ins französische Mercurel-Tal
Wir stiegen schnell ab und sahen, dass es weiter unten wieder viel sonniger war. Bald erreichten wir das Refuge de l'Archeboc, quartierten uns im unteren Massenlager ein, gönnten uns ein erfrischendes Getränk auf der Terrasse, plauderten mit einer französischen Familie und genossen die Abendsonne.

Verdientes Bier beim Refuge de l'Archeboc

Abendstimmung bei der Archeboc-Hütte

Tourendaten:
Strecke 16.5 km
Aufstieg 1339 Hm, Abstieg 1045 Hm
Zeit unterwegs 7 Std. 25 Min, davon in Bewegung 5 Std. 20 Min.

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Reiseführer Via Alpina: R85

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Freitag, 11. August 2017

Via Alpina: Pausentag in Valgrisenche / Bonne

Weil eine Kaltwetterfront mit Regen über das Aostatal zog und in hohen Lagen sogar etwas Schnee brachte, schalteten wir einen Pausentag in Valgrisenche ein. Die Temperaturen in Valgrisenche lagen am Morgen bei 2°C. Wir schliefen gemütlich aus, genossen das Frühstückbuffet im Hotel Perret und studierten den weiteren Routenverlauf.

Gemütliches Frühstück mit Aussicht im Hotel Perret

Der Kirchturm von Valgrisenche
Da es inzwischen nicht mehr regnete, spazierten wir hinunter ins Dorf, kauften nochmals etwas Wanderproviant ein und machten einen Dorfrundgang. Den Beauregard-Staudamm durften wir leider nicht besichtigen, da dort immer noch Sanierungsarbeiten im Gange waren. Weil die geologischen Verhältnisse instabil geworden sind, wurde ein Teil des Wassers abgelassen, so dass drei Geisterdörfer wieder vom Seegrund auftauchten. Danach wurde die Höhe der Staumauer durch Sprengungen reduziert und wieder neu geformt.

Unser Mittagessen nahmen wir im Restaurant Le Vieux Quartier ein, einer ehemaligen Grenzwachtkaserne im oberen Dorfteil. Danach marschierten wir wieder hinauf zum Hotel in Bonne. Die Regenwolken hatten sich zum Glück weiter vorne im Tal entladen, in Valgrisenche selbst blieb es trocken.

Valgrisenche, der Hauptort am Beauregard-Stausee

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Donnerstag, 10. August 2017

Via Alpina: Vens - Valgrisenche / Bonne

Am elften Tag unserer Via-Alpina-Fernwanderung gelangten wir vom Aosta-Haupttal ins Seitental Valgrisenche mit seinem grossen Stausee. Es langer Wandertag mit allerlei Orientierungsschwierigkeiten stand uns bevor.

Morgenstimmung in Vens
In der Nacht hatte es geregnet, und auch am Morgen regnete es noch leicht weiter. Wir genossen das schöne Frühstücksbuffet im Hotel Vagneur und machten uns relativ spät auf den langen Weg, als es aufhörte zu tröpfeln. Wir folgten dem steilen Weg Nr. 18 hinunter in Richtung Cerellaz, erwischten aber einen falschen Abzweiger und folgten einem Suonenweg, der uns zu weit westlich führte. Teilweise über die asphaltierte Strasse erreichten wir den schmucken Weiler Plan. Als wir dort fotografierten, lud uns ein freundlicher älterer Herr zum Kaffee in seinem Steinhäuschen ein. Er erzählte, dass der Weiler bis auf ein einziges Haus unbewohnt und verfallen war und dann von Enthusiasten wieder liebevoll restauriert wurde.

Kaffeepause bei netten Gastgebern in Plan
Im Abstieg regnete es nochmals zehn Minuten lang, die Pelerinen wurden nur kurz gebraucht. Wir erreichten schliesslich Cerellaz und schliesslich den Hauptort Avise. Dort verliessen wir versehentlich kurz die offizielle Wanderroute und nahmen die erste Brücke über die Dora Baltea nach Runaz.

Unter den Weinreben von Avise

Aufstieg von Runaz nach Lolair
Dort fanden wir zurück zum Wanderweg und stiegen steil durch den Wald auf zum Naturschutzgebiet Lac Lolair. Das Seelein liegt schön eingebettet in einem Felsenkessel. Wir querten unter den Felsen des Monte Colombo auf einem abenteuerlichen Weg hinauf nach Baulin. Von dort folgten wir der Strasse hinab nach La Clusaz und nach Planaval, einem Bergdorf am Fusse des Rutor.

Naturschutzgebiet Lac Lolair

Aussichtspunkt

Planaval

Brücke bei Revers
Die Wolken hatten sich ein wenig gelichtet, und stellenweise drückte sogar die Sonne durch. Bei Revers besichtigten wir einen Gletschertopf und überquerten die Brücke über die Dora di Valgrisenche. Danach folgten wir der Alta Via N. 2 delle Valle d'Aosta.

Mach mal Pause!

Prariond
Bei Prariond gerieten wir fälschlicherweise wieder auf die andere Seite des Baches, folgten kurz der Strasse und querten nach dem Weiler La Béthaz wieder zurück nach Darbelley und Gerbelle. Schliesslich erreichten wir den Hauptort Valgrisenche, der unterhalb der Staumauer des Lac de Beauregard liegt. Wir deckten uns im Laden mit Wanderproviant ein und suchten danach unsere Unterkunft. Wir waren schon recht müde und mussten nun feststellen, dass das Hotel Perret rund 150 Höhenmeter weiter oben im Ortsteil Bonne liegt. Zuerst ging es durch einen kleinen Strassentunnel, dann folgten wir dem Wanderweg nach Bonne. Im Hotel wurden wir freundlich empfangen und fanden ein geräumiges Zimmer mit grossem Bad vor.

Das Hotel Perret oberhalb von Valgrisenche im Ortsteil Bonne


Tourendaten:
Strecke 25.3 km
Aufstieg 1402 Hm, Abstieg 1323 Hm
Zeit unterwegs 8 Std. 40 Min, davon in Bewegung 7 Std. 15 Min.

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Reiseführer Via Alpina: R83 / R84

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Mittwoch, 9. August 2017

Via Alpina: St-Léonard - Vens

Nachts hatte es bis 2 Uhr geregnet, danach wurde es wieder trocken. Unsere Wanderung von der Gemeinde St-Rhémy-en-Bosses, welches an der Passstrasse des Grossen St. Bernhard liegt, ins Aosta-Haupttal begann mit der Suche des richtigen Weges zur Kirche von St-Léonard. Um sicher zu gehen, entschieden wir uns, nochmals kurz zum letzten Wegweiser hinaufzugehen. Dann verliessen wir das kleine Dorf, das im unteren Teil ein paar schöne Steinhäuser vorzuweisen hat, und wanderten hinunter zum Talgrund. Dort folgten wir dem Weg hinauf zur Citrin-Mineralquelle und zum Citrin-Sattel.
Beginn des Aufstiegs beim Weiler Pont
Der Pfad führte uns über einen hübschen Lärchenwald zügig hinauf zu den verfallenen Alpstallungen von Citrin di Mezzo. Die Sonne schien, doch zur Linken hingen ein paar dunkle Wolken an den Bergen. Da wir uns vor einem Gewitter sorgten, legten wir den Weg zum Sattel zügig zurück. Wir folgten der hässlichen Hochspannungsleitung und kamen nach der ebenfalls verfallenen Alphütte von Citrin Damonn schliesslich zum Col Citrin, wo sich der Blick ins Vertosan-Tal öffnet, durch welches wir abstiegen.

Eingestürzte Alpstallungen am Citrin-Pass

Die Passhöhe am Col Citrin

Abstieg in Vertosan-Tal
Nach Or di Jovençan führte uns die Route nochmals leicht aufwärts zum Col du Mont Joux. Die Wegmarkierung war dort nicht immer so klar, wir blieben deshalb im Zweifelsfall immer auf dem Hauptweg. Wir erreichten schliesslich den kleinen See und bogen dort ab zur kleinen Kapelle.

Neugieriges Murmeltier

Kapelle beim Lac du Joux

Waldweg nach Vens
Der Weg führte uns von der Kapelle steil hinunter nach Vens, wo wir zum Glück direkt bei unserer Unterkunft vorbeispazierten, dem Hotel Vagneur. Wir waren nämlich irrtümlich der Meinung, es sei weiter unten im Tal bei Cérellaz. Das Hotel war ein schönes Steinhaus mit viel Charme, einer Sonnenterrasse und schönem Panorama. Am Abend wurde die Speisekarte mündlich vom Chef persönlich vorgetragen - eine schriftliche Karte gab es leider nicht. So wählten wir halt aus dem grossen Angebot etwas aus, das wir mit unseren Sprachkenntnissen identifizieren konnten. Das Essen schmeckte uns ausgezeichnet.

Vens

Ausblick vom Hotel Vagneur ins Gran-Paradiso-Gebiet


Tourendaten:
Strecke 17.5 km
Aufstieg 1184 Hm, Abstieg 965 Hm
Zeit unterwegs 6 Std. 25 Min, davon in Bewegung 5 Std. 10 Min.

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Reiseführer Via Alpina: R83 (Teil)

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Dienstag, 8. August 2017

Via Alpina: Bourg-St-Pierre - St-Léonard

Wetterbedingter Frühstart! Kurz nach 6 Uhr morgens marschierten wir ohne Frühstück los. Der Wetterbericht hatte für den Nachmittag Gewitter angekündigt, und so wollten wir rechtzeitig über den Grossen St.-Bernhard-Pass gelangen. Wir verliessen das geschichtsträchtige Bourg-St-Pierre und wurden ausgangs Dorf wegen Strassenarbeiten auf die linke Talseite umgeleitet. Bereits auf dem Weg zum Stausee Lac des Toules fing es zu regnen an. Blitz und Donner erschreckten uns. Wir streiften unsere Regenpelerinen über und folgten der einfachen Route, auf welcher auch der Pilgerweg Via Francigena über den Pass führt.


Starker Regen und Gewitter am Lac des Toules

Pfad zum Grossen St. Bernhard
Unterwegs hatte es leider nirgends Unterstände, und so marschierten wir den ganzen Weg bis zum Hospiz des Grossen St. Bernhard durch. Der Regen prasselte einmal stärker, dann wieder schwächer auf uns nieder und verschonte uns zwischendurch auch wieder. Ein kühler Wind blies über den Pass und senkte die Temperatur deutlich ab. Beim Hospiz machten wir eine lange Pause, denn es regnete inzwischen wieder in Strömen. So hatten wir genügend Zeit für einen Besuch im Hospiz-Museum, wo auch die berühmte Bernhardinerhundezucht zu sehen ist. Danach gönnten wir uns ein Mittagessen in der Auberge, bevor wir um 14 Uhr wieder die Pelerinen überstreiften und über die italienische Grenze hinunter ins Aostatal wanderten.

Die berühmten Bernhardinerhunde im Hospizmuseum

Das Hospiz des Grossen St. Bernhard
Der Weg führt, oft in Sichtweite der Passstrasse, hinunter ins romantische Dorf St-Rhémi mit seinen Steinhäusern. Da das hübsche Hotel Suisse schon ausgebucht war, wanderten wir weiter zum Weiler St-Léonard, einem Ortsteil der Gemeinde St-Rhémy-en-Bosses. Dort befindet sich an einer Autobahnraststätte das Hotel Le Relais du Pèlerin, das wir zu Fuss über einen schäbigen Hintereingang erreichen konnten. Es liegt zwar an der Strasse, doch unser Zimmer war sehr schön. Wir waren froh, unsere nassen Regenkleider zum Trocknen auf den überdachten Balkon hängen zu können. Nach einem hervorragenden Nachtessen legten wir uns früh schlafen.

In den Gassen von Saint-Rhémy en Bosses

Gutes Nachtessen im Relais du Pèlerin


Tourendaten:
Strecke 23.2 km
Aufstieg 1048 Hm, Abstieg 1096 Hm
Zeit unterwegs 10 Std. 10 Min, davon in Bewegung 5 Std. 40 Min.

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Reiseführer Via Alpina: R82 / R83

GPS-Track: