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Samstag, 10. September 2022

Via Alpina: Peillon - Monaco


Endspurt ans Meer! Am Morgen stärkten wir uns beim ausgiebigen Frühstück in der Auberge de la Madone in Peillon für die Schlussetappe unseres diesjährigen Via-Alpina-Projekts. Danach brachen wir um 09.30 Uhr auf und wanderten bei schönem Wetter zuerst zum oberen Dorfende, wo der Weg dem Hang entlang zur anderen Talseite folgte und nach St-Martin de Peille führte. Dort begannen schon die guten Wohnlagen mit vielen Villen. Ein richtiggehender Kulturschock, wenn man aus den entvölkerten Bergtälern absteigt. Weiter unten bei La Gorra wanderten wir sogar durch ein bewachtes Quartier, bei dem die Autozufahrt nur für Anwohner möglich ist. 

Blick zurück nach Peillon

Lieblicher Wanderweg nach St-Martin de Peille

Windschiefe Bäume

Danach ging es aufwärts zum Col de Guerre, wo wir wieder das blau schimmernde Meer erblickten. Auf dem Mont de la Bataille bot sich uns eine prächtige Aussicht auf Monaco. Unser Ziel schien zum Greifen nah. 
Blick vom Col de Guerre aufs Meer

Durchs Geröll zum Mont de la Bataille

Am Mont de la Bataille liegt uns Monaco zu Füssen

Über den Bergrücken

Der Pfad führte hinunter zum Dorf La Turbie, vorbei an der Trophée des Alpes, die im Jahr 6 vor Christus als Symbol des Sieges von Kaiser Augustus über die 45 Alpenvölker erbaut wurde. Aus Zeitgründen verzichteten wir auf die Besichtigung der Ausstellung. Durch den lieblichen alten Dorfteil ging es weiter am Parcours Sportif vorbei und über Les Hauts de Monte Carlo auf einem schmalen Pfad hinunter nach La Grima. Es war drückend heiss. Wir überquerten die Strasse und betraten das Fürstentum Monaco

La Turbie mit der Trophée des Alpes

Durch die Gassen von La Turbie

Bald am Ziel: Abstieg über
Les Hauts de Monte-Carlo

Durch die Wohnanlagen und imposanten Häuserschluchten führte eine Fussgängertreppe hinunter ins Zentrum. Nach drei Wochen waren wir in der Zivilisation angekommen und kamen uns – völlig verschwitzt und mit Rucksack und Bergschuhen – ein wenig deplatziert vor. Wir bogen kurz zum Exotischen Garten ab, um uns ins Gästebuch der Via Alpina einzuschreiben, doch der Garten wurde gerade umgebaut und das Büro war deshalb am Wochenende geschlossen. Schade, aber nicht so schlimm. So marschierten wir weiter zum Place du Palais, dem offiziellen Endpunkt der Via Alpina, die hier vor genau 20 Jahren feierlich eröffnet wurde. Als wir um 14.30 dort ankamen, gönnten wir uns eine kurze Pause im Schatten, beobachteten das Treiben der vielen Touristen vor dem Fürstenpalast und schrieben einige Ansichtskarten. 


Stadtwandern in Monaco-Ville

Ziel erreicht: Place du Palais

Nun lockte uns ein erfrischendes Bad im Meer. Viele Badestrände am Meer gibt es in Monaco nicht, denn alles ist relativ dicht zugebaut. Gleich hinter dem Yachthafen fanden wir den Solarium Beach, einer Badestelle am Hafenrand mit betonierten Liegeflächen. Dummerweise trieben dort viele kleine Quallen im Wasser. Doch wir wollten uns unbedingt etwas frisch machen vor der Zugfahrt nach Nizza, deshalb inspizierten wir die Einstiegsstelle genau, warteten einen geeigneten Moment ab und sprangen ins kühle Meer. Nach einer herrlichen Dusche am Strand zogen wir uns frische Sachen an und spazierten zum Bahnhof SNCF, wo uns das nächste Problem erwartete: Von den verschiedenen Ticketautomaten funktionierte nur einer, weshalb uns der Zug vor der Nase davon fuhr. 30 Minuten warten … auch die Getränkeautomaten waren fast alle defekt. Die Bahnfahrt nach Nizza war ein Schock, denn der Zug war überfüllt, und wir wurden mit unseren Rucksäcken beim Einsteigen im Gedränge auseinandergerissen von richtiggehend in eine Nische im Gang gedrückt. In Nizza schafften wir es dann wie durch ein Wunder doch noch auszusteigen. 

Erfrischendes Bad am Solarium Beach

Mondäner Yachthafen La Conda in Monaco

Wir bezogen ein schönes Zimmer im Hotel The Deck in Nizza, wo wir uns ein paar Tage am Meer von der Wanderung ausruhen wollten, bevor wir heimreisten. Wir stürzten uns sofort in die Kaufhäuser, um Shorts, T-Shirts und Badetücher für die Stadt und den Strand zu kaufen. Fehlanzeige, denn die Geschäfte hatten bereits auf warme Herbstmode umgestellt. Das Gesuchte fanden wir schliesslich in den Souvenirshops der Altstadt. Den letzten Wandertag liessen wir bei einem guten Nachtessen im Zentrum ausklingen. In den Gassen von Nizza herrschte abends pulsierendes Leben, und die Altstadt war zum Bersten voll. Was für ein Gegensatz zur Stille der Alpen!


Tourendaten:
Strecke 13.9 km
Aufstieg 539 Hm, Abstieg 884 Hm
Zeit unterwegs 5 Std. 50 Min., davon in Bewegung 4 Std. 30 Min.

Hyperlinks:
Reiseführer Via Alpina: R116

GPS-Track:

Sonntag, 21. August 2022

Via Alpina rot von Terme di Valdieri nach Monaco

 


294 Wanderkilometer, 15'500 Hm Aufstieg und 17'700 Hm Abstieg: Nach einem dreijährigen Unterbruch konnten wir dieses Jahr endlich wieder unsere Weitwanderung auf dem roten Weg der Via Alpina dort fortsetzen, wo wir 2018 aufgehört hatten: In Terme di Valdieri (Piemont).

Wir durchwanderten einen landschaftlich eindrücklichen Abschnitt, welcher in einer grossen Schlaufe vom Gebirge hinunter an die ligurische Küste führt. In den zahlreichen National- und Naturparks (Mercantour, Alpi Marittime, Marguareis, Alpi Liguri) kann Wild aus erstaunlicher Nähe beobachtet werden. Während im Mercantour-Gebiet zahlreiche Wanderer unterwegs sind, führen viele der übrigen Routen über wenig begangene Wege durch einsame Gegenden. Zum Abschluss der drei Wanderwochen tauchten wir ein ins pulsierende Leben von Monaco und erreichten das Meer.

Unsere Wanderetappen 2022:

Wir legten diese Jahr folgende Etappen zurück (anklicken, um den Links zu folgen):
  1. Terme di Valdieri - Rifugio Genova-Figari
  2. Rifugio Genova-Figari - Refuge de la Madone de Fenestre 
  3. Refuge de la Madone de Fenestre - Refuge de Nice 
  4. Refuge de Nice - Refuge de Valmasque *
  5. Refuge de Valmasque - Castérino *
  6. Castérino - Limonetto *
  7. Colle di Tenda - Rifugio Garelli *
  8. Rifugio Garelli - Rifugio Mongioie *
  9. Rifugio Mongioie - Ormea *
  10. Ormea - Garessio *
  11. Colle di San Bernardo - Rifugio Pian dell'Arma *
  12. Rifugio Pian dell'Arma - San Bernardo di Mendatica *
  13. San Bernardo di Mendatica - Realdo *
  14. Realdo - Colla Melosa *
  15. Colla Melosa - Saorge *
  16. Saorge - Breil-sur-Roya *
  17. Breil-sur-Roya - Sospel *
  18. Sospel - Peillon (R160)
  19. Peillon - Monaco (R161)

Nachtrag 2024:
Das Via-Alpina-Wegnetz wurde 2024 stark gekürzt. Übriggeblieben ist nur noch der rote Hauptweg, der aber von 161 auf 116 Tagesetappen gestrafft wurde. Der violette, gelbe und der blaue Weg wurden gestrichen, während der grüne Weg als Abkürzung in den roten Weg eingebaut wurde. Unser Wanderprojekt umfasst den ursprünglichen roten Weg. (*) Die Strecke vom Refuge de Nice bis nach Sospel wurde stark begradigt, d.h. die gesamte Schlaufe über das italienische Hinterland der ligurischen Küste wurde gekappt. Die Website www.via-alpina.org zeigt die neue Routenführung, während die alte und nicht minder schöne Strecke im Archiv unter http://old.via-alpina.org weiterhin einsehbar bleibt.


Links zu den Via Alpina-Etappen in anderen Jahren:
2026 - roter Weg von Antholz Mittertal nach Schwaz
2025 - roter Weg von Moos bei Sexten nach Antholz Mittertal
2024 - roter Weg von Arnoldstein zum Helm bei Sexten
2023 - roter Weg von Muggia nach Arnoldstein
2018 - roter Weg von Modane nach Terme di Valdieri
2017 - roter Weg von Vernayaz nach Modane
2016 - roter Weg von Feldkirch nach Oberstdorf
2015 - roter Weg von Ulrichen nach Vernayaz
2014 - roter Weg von Tirano nach Ulrichen
2013 - roter Weg von Feldkirch nach Tirano
2012 - grüner Weg von Widnau nach Adelboden


GPS-Track: