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Sonntag, 2. September 2018

Via Alpina: San Bernolfo - Sant'Anna di Vinadio

Frühstück im Rifugio Dahu de Sabarnui in San Bernolfo
Wieder einmal kündigte der Wetterbericht für den Vormittag viel Sonne und für Mitte Nachmittag Regen an. Unser Tagesziel war es, die Cima di Tesina in einem weiten Bogen zu umwandern und so in den Wallfahrtsort Sant’Anna di Vinadio zu gelangen. Nachdem wir uns spasseshalber auf die riesige rote Sitzbank von San Bernolfo gleich unterhalb des Rifugio Dahu di Sabarnui gesetzt hatten, wanderten wir auf und neben der Strasse das Tal hinaus nach Strepeis, einem kleinen, unspektakulären Ortsteil der Bagni di Vinadio. Dort überquerten wir den Bach und folgten diesem ein stückweit.

Bagni di Vinadio

Vallone d'Insciauda
Schliesslich begann der sehr steile Aufstieg auf einem Alpsträsschen ins kleine Seitental namens Insciauda, das im unteren Teil bald von der Vegetation zugewachsen wird. Weiter oben zeigt sich das Tal sehr lieblich, mit Lärchen, Heidelbeersträuchern, Alpenrosen und Berggraten, welche einem das Gefühl geben, man befände sich in einem Winnetou-Film. Auf einer idyllischen Bergwiese assen wir vom Lunchpaket, das wir im Refugio Dahu gekauft hatten.

Blick Richtung Selletta


Am Passo di Bravaria
Beim Bravaria-Pass zog immer dichtere Bewölkung auf. Die Wallfahrtskirche von Sant’Anna di Vinadio war schon von weitem zu sehen. Ein schöner Pfad führte zuerst etwas abwärts und querte dann die Höhe haltend zum Sanctuario. Dort herrschte reger Betrieb. Eine grosse Masse von Sonntagsausflüglern bevölkerte den Ort und machte trotz «Silenzio»-Schildern einen grossen Lärm. Unser Refugio San Gioacchino war ein grosser Bau und entsprach eher einem Hotel als einer Bergunterkunft.

Ausblick vom Passo di Bravaria zu Etappenziel Sant'Anna

Hangquerung nach Sant'Anna
Wir besichtigten die Kirche mit den vielen Dankestafeln für empfangene Gnade. Die Täfelchen zeigten eindrücklich die vielen Unglücksfälle, bei denen die Dankbaren gerade noch davongekommen waren. Als starker Regen einsetzte, warteten wir etwas in der lauten Bar des Ortes. Am Abend wurde im riesigen Speisesaal des Refugio San Gioacchino pünktlich um 19.30 Uhr das Nachtessen serviert. Der Hausherr, ein Priester, setzte sich nach dem Essen zu uns an den Tisch und erzählte uns die Geschichte des Wallfahrtsortes, der früher als Hospiz für Säumer Bedeutung erlangt hatte. Das Sanctuario ist nur an drei Monaten im Jahr offen, wird dann aber stark von Ausflüglern frequentiert.

Bei der Wallfahrtskirche Sant'Anna di Vinadio


Tourendaten:
Strecke 13.6 km
Aufstieg 1138 Hm, Abstieg 774 Hm
Zeit unterwegs 6 Std. 15 Min, davon in Bewegung 4 Std. 40 Min.

Hyperlinks:
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Reiseführer Via Alpina: Teil von R104 und R105

GPS-Track:

Freitag, 31. August 2018

Via Alpina: Pontebernardo - Prati del Vallone

Der mächtige Felswall von Le Barricate
Unser Tagesprogramm bestand darin, in einem grossen Bogen um den Monte Bassura zu wandern und so ans obere Ende des Vallone di Pontebernardo zu gelangen. Die Nonna des Posto Tappa «Le Barricate» zeigte uns den kürzesten Weg zur GTA, der wir folgten. Die Sonne verwöhnte uns am Morgen, doch der Wetterbericht versprach viel Bewölkung.

Hübscher Waldweg entlang der GTA zum Becco Rosso
Wir wanderten den Weg nach Murenz hoch, danach ging es auf einem steilen Pfad hinauf durch den Lärchenwald mit seinen vielen Lichtungen, vorbei an ein paar Überresten von Festungsanlagen. Wir schraubten uns stetig höher und erreichten den Colle Becco Rosso, der von einem auffälligen Felsschnabel geziert wird. Am Pass trafen wir eine fünfköpfige deutsche Familie, die zwei Wochen auf der GTA unterwegs war.

Becco Rosso

Blick zum Bergdorf Ferrere und zur Cima delle Lose

Unterwegs vom Vallone Forneris zum Colle di Stau
Danach folgte der Abstieg ins Vallone Fornerts und der Wiederaufstieg zum Colle di Stau. Vor dem Sattel lagen überall verrostete Überresten von Stacheldraht. Der Colle war zu Kriegszeiten mit mehreren Bunkern befestigt, die jetzt langsam zerfallen.

Colle di Stau mit alten Festungsanlagen
Vom Vallone di Pontebernardo her zogen Wolkenfetzen zum Pass hinauf und erzeugten eine faszinierende Stimmung. Wir wanderten auf den alten, gut ausgebauten Militärwegen hinunter ins Tal. Prati del Vallone nennt sich die grosse Weidefläche hinten im Vallone.

Wolkenspiele beim Abstieg ins Vallone di Pontebernardo
Gleich beim kleinen Wäldchen liegt der botanische Garten und das Rifugio Prati del Vallone, das früher unter dem Namen «Zio John» betrieben wurde. Wir bezogen ein Doppelzimmer mit eigenem Bad in der uralten ehemaligen Ferienanlage. Duschen, Wäsche waschen, danach gönnten wir uns ein Schläfchen. Es wurde bald recht kalt im Zimmer, und so freuten wir uns aufs gute Nachtessen in der Hütte. In der Nacht setzte der Regen ein.

Rifugio Prati del Vallone


Tourendaten:
Strecke 16.3 km
Aufstieg 1566 Hm, Abstieg 1144 Hm
Zeit unterwegs 7 Std. 15 Min, davon in Bewegung 5 Std. 45 Min.

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Reiseführer Via Alpina: Teil von R103

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Donnerstag, 30. August 2018

Via Alpina: Chialvetta - Pontebernardo

Unterwegs zum Gardetta-Pass
In der zwölften Tagesetappe wollten wir das Valle Maira verlassen und ins Valle Stura di Demonte queren. Ein Prachtstag erwartete uns. Wir wanderten zuerst wieder auf dem gleichen Weg hinauf bis zum Rifugio di Vivere. Dann folgten wir dem Wanderweg, der allmählich hinauf zum Passo della Gardetta (2439 m.ü.M.) führt. Kurz unterhalb des Sattels passierten wir die alten Befestigungsanlagen, die man sogar betreten kann. Wir genossen die Aussicht zurück zum Colle Maurin, den wir zwei Tage vorher überquert hatten.

Alte Befestigungsanlagen bei der Gardetta-Passhöhe

Ausblick von der Gardetta-Passhöhe zum Rifugio Gardetta
Auf der anderen Seite des Sattels lag die Gardetta-Hütte, die wir aber links liegen liessen. Wir stiegen nochmals etwas auf zum Passo Rocca Brancia (2610 m.ü.M.), der über einen steilen Kessel erreicht wird. Kurz vor der Passhöhe erspähten wir das erste Edelweiss. Oben am Sattel schweifte unser Blick ins Valle Stura. Wir kamen mit drei sportlichen Schweizern ins Gespräch, die auf den Mountainbikes von Martigny nach Ventimiglia unterwegs waren.

Passo di Rocca Brancia

Edelweiss - symbolträchtige Alpenblume
Zu unserer grossen Freude waren die weiten Schutthänge unterhalb des Passes voll von Edelweiss. Nun begann der lange Abstieg nach Pontebernardo. Vorbei an Kuhherden ging es über die grossen Weiden talwärts. Mit Staunen beobachteten wir einen Alphirten, der auf einem Enduro-Motorrad mit der Hilfe von zwei Hirtenhunden seine grosse Viehherde bergwärts trieb. Später kamen wir vorbei an den Ruinen eines alten Weilers, und es ging zügig hinunter zum Argentera-Fluss. Dort führte der neu gestaltete Weg zuerst einer Schnellstrassengalerie entlang, querte dann ein Wäldchen und führte über den Bach ins Dorf Pontebernardo.

Ausblick vom Rocca-Brania-Pass nach Süden

Abstieg ins Stura-di-Dermonte-Tal
Wir fanden den Posto Tappa «Le Barricate» leer vor und tranken deshalb etwas in der benachbarten Bar. Im Gespräch mit der «Nonna» in der Bar erfuhren wir, dass sie auch die Unterkunft betrieb. So konnten wir uns bei ihr anmelden. Wir waren an jenem Abend die einzigen Gäste und bezogen ein hübsches Viererzimmer. Die einfache Unterkunft dient als Herberge für Pilger auf dem Jakobsweg und für Wanderer auf der GTA und der Via Alpina. Wir duschten, ruhten uns etwas aus und gingen zum Nachtessen in die Bar: Pasta, Hirschragout und eingelegte Auberginen.

Posto tappa Le Barricate in Pontebernardo

Tourendaten:
Strecke 18.4 km
Aufstieg 1159 Hm, Abstieg 1305 Hm
Zeit unterwegs 8 Std., davon in Bewegung 5 Std. 45 Min.

Hyperlinks:
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Reiseführer Via Alpina: R102

GPS-Track:

Samstag, 18. August 2018

Via Alpina rot von Modane nach Terme di Valdieri

Als überzeugte Wiederholungstäter wanderten wir auch 2018 wieder auf dem roten Weg der Via Alpina.  In den letzten paar Jahren hatten wir bereits die Etappen von Oberstdorf in Deutschland bis nach Modane in Frankreich zurückgelegt.

Diesmal führte uns der schöne Fernwanderweg weit in den Süden. Aus der Maurienne gelangten wir am Mont Thabor vorbei zum Écrins-Nationalpark, in den Queyras-Regionalpark, zum Quelltal der Ubaye, bevor wir die italienische Grenze überquerten. Dort ging es in den Cottischen Alpen ins Valle Maira und ins Valle Stura und schliesslich in die Seealpen.

In 17 Wandertagen wanderten wir 307 km durch französisches und italienisches Berggebiet und stiegen 18'600 Höhenmeter auf und 18'300 Höhenmeter ab. Das Wetter war hervorragend, typischerweise Sonnenschein und am Abend manchmal etwas Regen.


Unsere Wanderetappen 2018:

Wir legten dieses Jahr folgende Etappen des Fernwanderwegs zurück (anklicken, um den Links zu folgen):
  1. Modane - Granges de la Vallée Etroite (R91)
  2. Granges de la Vallée Etroite - Le Monêtier-les-Bains (R92 / R93)
  3. Le Monêtier-les-Bains - Vallouise (R94)
  4. Vallouise - Les Vigneaux (R95 Teil)
  5. Les Vigneaux - Freissinières (R95 Rest)
  6. Freissinières - Guillestre (R96)
  7. Guillestre - Refuge de Furfande (R97)
  8. Refuge de Furfande - Ceillac / Pied du Mélezet (R98 / R99 Teil)
  9. Ceillac / Pied du Mélezet - Maljasset (R99 Rest)
  10. Maljasset - Chiappera (R100
  11. Chiappera - Chialvetta (R101)
  12. Chialvetta - Pontebernardo (102)
  13. Pontebernardo - Prati del Vallone (103 Teil)
  14. Prati del Vallone - San Bernolfo (R103 Rest / R104 Teil)
  15. San Bernolfo - Sant'Anna di Vinadio (R104 Rest / R105)
  16. Sant'Anna di Vinadio - Rifugio Malinvern (R106)
  17. Rifugio Malinvern - Terme di Valdieri (R107 / R108 Teil)




GPS-Track:



Nachtrag 2024:
Das Via-Alpina-Wegnetz wurde 2024 stark gekürzt. Übriggeblieben ist nur noch der rote Hauptweg, der aber von 161 auf 116 Tagesetappen gestrafft wurde. Der violette, gelbe und der blaue Weg wurden gestrichen, während der grüne Weg als Abkürzung in den roten Weg eingebaut wurde. Unser Wanderprojekt umfasst den ursprünglichen roten Weg. Die Website www.via-alpina.org zeigt die neue Routenführung, während die alte Strecke im Archiv unter http://old.via-alpina.org weiterhin einsehbar bleibt.


Links zu den Via Alpina-Etappen in anderen Jahren:
2025 - roter Weg von Moos bei Sexten nach Antholz Mittertal
2024 - roter Weg von Arnoldstein zum Helm bei Sexten
2023 - roter Weg von Muggia nach Arnoldstein
2022 - roter Weg von Terme di Valdieri nach Monaco
2017 - roter Weg von Vernayaz nach Modane
2016 - roter Weg von Feldkirch nach Oberstdorf
2015 - roter Weg von Ulrichen nach Vernayaz
2014 - roter Weg von Tirano nach Ulrichen
2013 - roter Weg von Feldkirch nach Tirano
2012 - grüner Weg von Widnau nach Adelboden