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Donnerstag, 30. August 2018

Via Alpina: Chialvetta - Pontebernardo

Unterwegs zum Gardetta-Pass
In der zwölften Tagesetappe wollten wir das Valle Maira verlassen und ins Valle Stura di Demonte queren. Ein Prachtstag erwartete uns. Wir wanderten zuerst wieder auf dem gleichen Weg hinauf bis zum Rifugio di Vivere. Dann folgten wir dem Wanderweg, der allmählich hinauf zum Passo della Gardetta (2439 m.ü.M.) führt. Kurz unterhalb des Sattels passierten wir die alten Befestigungsanlagen, die man sogar betreten kann. Wir genossen die Aussicht zurück zum Colle Maurin, den wir zwei Tage vorher überquert hatten.

Alte Befestigungsanlagen bei der Gardetta-Passhöhe

Ausblick von der Gardetta-Passhöhe zum Rifugio Gardetta
Auf der anderen Seite des Sattels lag die Gardetta-Hütte, die wir aber links liegen liessen. Wir stiegen nochmals etwas auf zum Passo Rocca Brancia (2610 m.ü.M.), der über einen steilen Kessel erreicht wird. Kurz vor der Passhöhe erspähten wir das erste Edelweiss. Oben am Sattel schweifte unser Blick ins Valle Stura. Wir kamen mit drei sportlichen Schweizern ins Gespräch, die auf den Mountainbikes von Martigny nach Ventimiglia unterwegs waren.

Passo di Rocca Brancia

Edelweiss - symbolträchtige Alpenblume
Zu unserer grossen Freude waren die weiten Schutthänge unterhalb des Passes voll von Edelweiss. Nun begann der lange Abstieg nach Pontebernardo. Vorbei an Kuhherden ging es über die grossen Weiden talwärts. Mit Staunen beobachteten wir einen Alphirten, der auf einem Enduro-Motorrad mit der Hilfe von zwei Hirtenhunden seine grosse Viehherde bergwärts trieb. Später kamen wir vorbei an den Ruinen eines alten Weilers, und es ging zügig hinunter zum Argentera-Fluss. Dort führte der neu gestaltete Weg zuerst einer Schnellstrassengalerie entlang, querte dann ein Wäldchen und führte über den Bach ins Dorf Pontebernardo.

Ausblick vom Rocca-Brania-Pass nach Süden

Abstieg ins Stura-di-Dermonte-Tal
Wir fanden den Posto Tappa «Le Barricate» leer vor und tranken deshalb etwas in der benachbarten Bar. Im Gespräch mit der «Nonna» in der Bar erfuhren wir, dass sie auch die Unterkunft betrieb. So konnten wir uns bei ihr anmelden. Wir waren an jenem Abend die einzigen Gäste und bezogen ein hübsches Viererzimmer. Die einfache Unterkunft dient als Herberge für Pilger auf dem Jakobsweg und für Wanderer auf der GTA und der Via Alpina. Wir duschten, ruhten uns etwas aus und gingen zum Nachtessen in die Bar: Pasta, Hirschragout und eingelegte Auberginen.

Posto tappa Le Barricate in Pontebernardo

Tourendaten:
Strecke 18.4 km
Aufstieg 1159 Hm, Abstieg 1305 Hm
Zeit unterwegs 8 Std., davon in Bewegung 5 Std. 45 Min.

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Reiseführer Via Alpina: R102

GPS-Track:

Mittwoch, 29. August 2018

Via Alpina: Chiappera - Chialvetta

Chiappera: Bergdorf mit alpinem Charme
Beim Aufbruch im Rifugio Campo Base bemerkte ich, dass sich wohl ein anderer Wanderer im morgendlichen Durcheinander meine Socken geschnappt hatte – ungewaschen und überriechend. Zum Glück hatte ich ein zweites Paar zum Wechseln dabei. Wir verliessen die Unterkunft und gelangten bald in den Weiler Chiappera, der von schmucken alten Steinhäusern, einer Kirche und einem Agriturismo gebildet wird.

Auf dem Percorso Occitano durch den schönen Lärchenwald
Ausgangs- und Endpunkt unserer Tagesetappe befinden sich beide im Mairatal. Unsere Route führte in leichtem Anstieg durch den wunderschönen Lärchenwald zum Colle Ciarbonet auf 2206 m.ü.M. Das Wetter war am Morgen noch etwas verhangen, aber die Wolken lockerten bald auf und tauchten den Wald in ein goldenes Licht. Über unseren Köpfen summten laut die Bienen. Auf dem Pfad durchs Gebüsch schreckten wir drei Birkhühner auf, die schnell das Weite suchten.

Auf dem Colle Ciarbonet
Oben am Sattel änderte sich das Landschaftsbild schlagartig. Der liebliche Wald wich den Alpweiden. Wir folgten mehr oder weniger dem Alpsträsschen bis zum schönen Rifugio di Vivere, ausgestattet mit Sauna und Hot Pot. Dort hatten wir kurz Orientierungsschwierigkeiten, bis wir den alten Maultierpfad fanden, der hinunter in den kleinen Weiler Chialvetta führte. Wir hatten in der Osteria della Gardetta «da Rolando» reserviert, einem alten Gasthaus mit charakteristischem Holzbalkon. Wir bezogen unser Lager und assen im Restaurant ein spätes Mittagessen: Frischen Salat vom Garten, Salami, Schinken, Käse und Sardellen. Letzteres ist tatsächlich eine lokale Spezialität, da die Schmuggler früher neben Salz auch eingelegte Sardinen vom Meer ins abgelegene Bergtal brachten.

Abstieg ins Vallone di Unerzio nach Chialvetta
Den Nachmittag verbrachten wir mit Körperpflege, einem Bummel durchs Dorf und einer gemütlichen Siesta. Am Abend empfahl uns die Wirtin den lokalen Aperitif "Unerzio", einen Rat, den wir gerne befolgten. Mit grossem Appetit stürzten wir uns anschliessend auf das liebevoll gekochte Nachtessen. Mit unseren deutschen Tischnachbarn liessen wir den Abend bei einem Gläschen Génépi ausklingen und rätselten über den Text eines alten okzitanischen Volkslieds.

Sardellen - eine traditionelle Spezialität im Valle Maira,
obwohl das Meer 100 km entfernt ist

Tourendaten:
Strecke 16.7 km
Aufstieg 712 Hm, Abstieg 856 Hm
Zeit unterwegs 5 Std. 40 Min, davon in Bewegung 4 Std. 45 Min.

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Reiseführer Via Alpina: R101

GPS-Track:

Dienstag, 28. August 2018

Via Alpina: Maljasset - Chiappera

Kirche St-Antoine-de-Maurin aus dem 13. Jahrhundert
Am zehnten Wandertag auf der Via Alpina stand der Grenzübertritt von Frankreich nach Italien bevor. Andere Sprache, andere Küche, andere Gepflogenheiten – wir waren gespannt. Nach dem Frühstück im rustikalen Speisesaal des «La Cure» brachen wir kurz nach 8 Uhr auf, wanderten an der schönen St.-Antonius-Kirche vorbei und überquerten den romantischen Ubaye-Fluss.

Im Mary-Tal
Ein Schild am Wegrand warnte in beunruhigendem Ton vor vier Hirtenschutzhunden, welche die grosse Schafherde im Mary-Tal bewachten und instruierte über die richtige Verhaltensweise im Kontakt mit diesen Hunden. Wir stiegen durch den Lärchenwald das Tal hinauf, bewunderten die markante Aiguille Pierre André und die roten, grünen, weissen und schwarzen Felswände. Begleitet wurden wir auf dem ganzen Weg von Murmeltierpfiffen.

Aiguille Large und Aiguille Pierre André

Pferde auf der Alpweide

Der Wanderbriefkasten am Col de Mary / Colle del Maurin 2637 m.ü.M.
Bald erreichten wir den Col de Mary (italienisch: Colle Maurin) und blickten hinunter ins Valle Maira. Wir trugen uns beim «Wanderbriefkasten», der bei der Staatsgrenze steht und die Völker zu grenzüberschreitendem Wandern inspirieren soll, ins Gästebuch ein.

Blumen am Wegrand

Leckeres Lunchpaket der Auberge La Cure

Abstieg durchs Maurin-Tal ins Valle Maira
Auf der italienischen Seite führte uns zunächst ein Pfad das Tal hinab, der Sentiero Roberto Cavallero. Später weitete sich der Pfad zur Kiesstrasse, welcher wir hinunter nach Chiappera folgten, einem Weiler der Gemeinde Acceglio. Das Rifugio Campo Base ist eine Alpenhütte mit Lager und angegliedertem Campingplatz.

Rifugio Campo Base in Chiappera
Beim Aperitif vor der Unterkunft trafen wir eine nette Wandergruppe aus dem Vorarlberg, die schon seit Jahren auf den Abschnitten der GTA (Grande Traversata delle Alpi) unterwegs ist. Beim Nachtessen tauschten wir Geschichten über Bergerlebnisse und Wege aus. Die Nacht war weniger erfreulich, denn die Familie, mit der wir das 6-er-Zimmer teilten, war mit zwei starken Schnarchern geplagt. Folglich schliefen wir nicht, wir ruhten nur. 


Tourendaten:
Strecke 16.0 km
Aufstieg 797 Hm, Abstieg 1029 Hm
Zeit unterwegs 7 Std. 25 Min, davon in Bewegung 4 Std. 55 Min.

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Reiseführer Via Alpina: R100

GPS-Track:

Samstag, 18. August 2018

Via Alpina rot von Modane nach Terme di Valdieri

Als überzeugte Wiederholungstäter wanderten wir auch 2018 wieder auf dem roten Weg der Via Alpina.  In den letzten paar Jahren hatten wir bereits die Etappen von Oberstdorf in Deutschland bis nach Modane in Frankreich zurückgelegt.

Diesmal führte uns der schöne Fernwanderweg weit in den Süden. Aus der Maurienne gelangten wir am Mont Thabor vorbei zum Écrins-Nationalpark, in den Queyras-Regionalpark, zum Quelltal der Ubaye, bevor wir die italienische Grenze überquerten. Dort ging es in den Cottischen Alpen ins Valle Maira und ins Valle Stura und schliesslich in die Seealpen.

In 17 Wandertagen wanderten wir 307 km durch französisches und italienisches Berggebiet und stiegen 18'600 Höhenmeter auf und 18'300 Höhenmeter ab. Das Wetter war hervorragend, typischerweise Sonnenschein und am Abend manchmal etwas Regen.


Unsere Wanderetappen 2018:

Wir legten dieses Jahr folgende Etappen des Fernwanderwegs zurück (anklicken, um den Links zu folgen):
  1. Modane - Granges de la Vallée Etroite (R91)
  2. Granges de la Vallée Etroite - Le Monêtier-les-Bains (R92 / R93)
  3. Le Monêtier-les-Bains - Vallouise (R94)
  4. Vallouise - Les Vigneaux (R95 Teil)
  5. Les Vigneaux - Freissinières (R95 Rest)
  6. Freissinières - Guillestre (R96)
  7. Guillestre - Refuge de Furfande (R97)
  8. Refuge de Furfande - Ceillac / Pied du Mélezet (R98 / R99 Teil)
  9. Ceillac / Pied du Mélezet - Maljasset (R99 Rest)
  10. Maljasset - Chiappera (R100
  11. Chiappera - Chialvetta (R101)
  12. Chialvetta - Pontebernardo (102)
  13. Pontebernardo - Prati del Vallone (103 Teil)
  14. Prati del Vallone - San Bernolfo (R103 Rest / R104 Teil)
  15. San Bernolfo - Sant'Anna di Vinadio (R104 Rest / R105)
  16. Sant'Anna di Vinadio - Rifugio Malinvern (R106)
  17. Rifugio Malinvern - Terme di Valdieri (R107 / R108 Teil)




GPS-Track:



Nachtrag 2024:
Das Via-Alpina-Wegnetz wurde 2024 stark gekürzt. Übriggeblieben ist nur noch der rote Hauptweg, der aber von 161 auf 116 Tagesetappen gestrafft wurde. Der violette, gelbe und der blaue Weg wurden gestrichen, während der grüne Weg als Abkürzung in den roten Weg eingebaut wurde. Unser Wanderprojekt umfasst den ursprünglichen roten Weg. Die Website www.via-alpina.org zeigt die neue Routenführung, während die alte Strecke im Archiv unter http://old.via-alpina.org weiterhin einsehbar bleibt.


Links zu den Via Alpina-Etappen in anderen Jahren:
2025 - roter Weg von Moos bei Sexten nach Antholz Mittertal
2024 - roter Weg von Arnoldstein zum Helm bei Sexten
2023 - roter Weg von Muggia nach Arnoldstein
2022 - roter Weg von Terme di Valdieri nach Monaco
2017 - roter Weg von Vernayaz nach Modane
2016 - roter Weg von Feldkirch nach Oberstdorf
2015 - roter Weg von Ulrichen nach Vernayaz
2014 - roter Weg von Tirano nach Ulrichen
2013 - roter Weg von Feldkirch nach Tirano
2012 - grüner Weg von Widnau nach Adelboden